US-Seuchenbekämpfungsbehörde warnt vor „Alptraum-Bakterium“

14.03.2013
US-Seuchenbekämpfungsbehörde warnt vor „Alptraum-Bakterium“ klaus 14.03.2013

Die US-Behörde für Seuchenbekämpfung und Prävention (CDC) hat am 5. März gewarnt, daß sich in den USA ein als CRE bezeichneter, gegen Antibiotika resistenter Bakterienstamm ausbreitet, der bereits in 42 US-Bundesstaaten in Krankenhäusern und Pflegeheimen aufgetreten ist.

Die Behörde und andere Fachleute warnen, daß selbst gewöhnliche Infektionen – etwa der Harnwege, Lungenentzündungen oder Durchfallerkrankungen tödlich werden könnten, wenn CRE nicht bald eingedämmt werde, weil CRE seine gegen Antibiotika resistenten Gene mit gewöhnlichen Bakterien wie etwa E. coli austauschen kann.


Die US-Behörde für Seuchenbekämpfung und Prävention (CDC) hat am 5. März gewarnt, daß sich in den USA ein als CRE bezeichneter, gegen Antibiotika resistenter Bakterienstamm ausbreitet, der bereits in 42 US-Bundesstaaten in Krankenhäusern und Pflegeheimen aufgetreten ist.

Die Behörde und andere Fachleute warnen, daß selbst gewöhnliche Infektionen – etwa der Harnwege, Lungenentzündungen oder Durchfallerkrankungen tödlich werden könnten, wenn CRE nicht bald eingedämmt werde, weil CRE seine gegen Antibiotika resistenten Gene mit gewöhnlichen Bakterien wie etwa E. coli austauschen kann.

Das Aufkommen von CRE und anderer wieder oder neu auftretender Krankheitserreger schafft das Potential für einen „biologischen Holocaust“. Wie Lyndon LaRouche schon Mitte der siebziger Jahre gewarnt hatte, erzeugt der Zusammenbruch der Wirtschaft günstige Bedingungen für das Entstehen und Ausbreiten bereits bekannter oder neuer Krankheitserreger, die zu katastrophalen Epidemien führen können – eben einem „biologischen Holocaust“, wie es LaRouche nannte. LaRouche bildete damals eine Arbeitsgruppe, die Berichte über die Dynamik der dabei wirkenden Faktoren veröffentlichte, wie sie sich jetzt in der Ausbreitung und Virulenz dieser neuen Krankheitserreger sowie in der zunehmenden Sterblichkeit infolge des Mangels an Hygiene und Nahrung zeigt.

CDC-Direktor Thomas Frieden erläuterte: „Dies sind Alptraum-Bakterien, die eine dreifache Bedrohung darstellen. Sie sind resistent gegen sämtliche Antibiotika. Sie haben eine hohe Sterblichkeitsrate und töten die Hälfte der Menschen mit ernstlichen Infektionen. Und sie können ihre Resistenz an andere Bakterien weitergeben.“ Frieden und andere empfehlen als Reaktion „Entdeckung und Schutz“, d.h., die systematische Suche nach der Mikrobe, die Schaffung und Nutzung von Quarantäne und Isolierstationen für die Behandlung und andere Maßnahmen zur Eindämmung von CRE. Die Frage ist, ob überhaupt die Mittel vorhanden sind, um die entsprechenden Seuchenbekämpfungsmaßnahmen und Forschungsarbeiten durchzuführen.

CRE steht für Carbapenem-resistente Enterobacteriaceae. 2001 waren nur 1,2% der Unterarten dieses Bakterienstamms gegen Carbapenem-Antibiotika resistent, 2011 waren es schon 4,2%. Carbapenem ist das stärkste heute verfügbare Antibiotikum, das aber starke Nebenwirkungen hat und beispielsweise die Nieren der Patienten gefährden kann.

Bakterien kennen keine Grenzen

Neben CRE gibt es in der transatlantischen Region und weltweit weitere Beispiele solcher „Alptraum-Mikroben“, die gegen die heute bekannten Antibiotika resistent sind. In Europa zeigt sich bei Klebsiella pneumoniae zunehmend eine Resistenz gegen Antibiotika, sogar gegen Carbapenem-Mittel, die momentan sozusagen die allerletzte Verteidigungslinie darstellen. K. pneumoniae tritt in den Lungen auf, in den Harnwegen und in den Blutbahnen. Das Europäische Seuchenbekämpfungszentrum (ECDC) veröffentlichte im November 2012 einen Bericht, aus dem hervorgeht, daß der Anteil der resistenten K. pneumoniae-Arten in den europäischen Ländern insgesamt von 7% vor fünf Jahren auf jetzt bereits 15% angewachsen ist – in einigen Ländern sogar bis zu 50%! Zu den Ländern mit der höchsten Resistenzrate gehören Griechenland, Zypern, Italien, Ungarn und Bulgarien – also genau die Staaten, die am meisten unter der von der Troika verordneten Sparpolitik leiden.

Es wird oft gesagt, daß dies die Folge des übermäßigen Einsatzes von Antibiotika sei, was sicher richtig ist. Aber es ist nicht die ganze Wahrheit. In armen Gebieten bekommen vielleicht 1% der Patienten eine Behandlung (und bekommen dann auch Antibiotika), aber die übrigen 99% nicht. In dieser Hinsicht ist ein Bericht der US-Geheimdienste über „Die globale Bedrohung durch wieder oder neu auftretende Infektionskrankheiten und ihre Folgen für die Vereinigten Staaten“, der im Januar 2000 als Nationale Geheimdiensteinschätzung veröffentlicht wurde, erhellend. Darin wird gewarnt:

„Infektionskrankheiten sind die führende Todesursache und waren 1998 für zwischen einem Viertel und einem Drittel der schätzungsweise 54 Millionen Todesfälle weltweit verantwortlich. … 20 wohlbekannte Krankheiten – darunter Tuberkulose (TB), Malaria und Cholera – sind seit 1973 erneut aufgetreten oder haben sich geographisch ausgebreitet, oft in virulenteren und arzneimittelresistenteren Formen. Mindestens 30 bis dahin unbekannte Krankheitserreger wurden seit 1973 identifiziert…“

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