US-Staatsschulden vor provoziertem Kollaps?

27.08.2026
US-Staatsschulden vor provoziertem Kollaps? klaus 27.08.2026

Nachdem die Renditen für 30-jährige US-Staatsanleihen am 14. August auf 5,31 % in die Höhe schossen – den höchsten Stand seit 2007 –, kündigte US-Finanzminister Scott Bessent am 19. August an, dass er das maximale Volumen der Rückkaufoperationen des Finanzministeriums mindestens verdoppeln werde, von 2 Milliarden Dollar auf 4 Milliarden Dollar. Das ist zwar keine enorme Summe, aber eine Absichtserklärung, dass der Kampf gegen die Flucht aus den US-Staatsanleihen ernst gemeint ist.

Die Spekulanten trieben die Zinsen jedoch weiter in die Höhe – denn es steht eine globale Spekulationsblase im Wert von 2,4 Billiarden Dollar auf dem Spiel, die für den Bankrott des gesamten Finanzsystems verantwortlich ist. Am 24. August wurden „zwei hochrangige Vertreter des Finanzministeriums“ entsandt, um CNBC mitzuteilen, dass „Bessent auf fast 1 Billion Dollar aus dem allgemeinen Konto des Finanzministeriums zurückgreifen könnte, um Anleiherückkäufe zu finanzieren“.Das ist eine Menge Geld – doch die Wall Street und Bessents alte Hedgefonds-Kumpane machten unmissverständlich klar, dass auch das nicht funktionieren wird. „Die Wall Street wendet sich gegen Scott Bessent“, schrieb Politico am 26. August. Dort habe man „begonnen, seinen Bluff zu durchschauen“.

Stanley Druckenmiller, Bessents ehemaliger Mentor aus der Zeit, als beide in den 1990er Jahren beim George-Soros-Fonds arbeiteten, verfasste einen Gastkommentar im Wall Street Journal, in dem er Bessent mitteilte, er werde „verlieren“, wenn er sich gegen den Anleihemarkt – also die Spekulanten – stelle. Stattdessen solle er „den Anleihemarkt sprechen lassen … Regierungen, die Preise gegen die Fundamentaldaten verteidigen, verlieren immer. Die einzige Variable ist, wie viel sie ausgeben, bevor sie nachgeben“, schrieb er. „Die Rendite langfristiger US-Staatsanleihen ist der wichtigste Preis der Welt. Sie ist auch der einzige Garant für Haushaltsdisziplin, den die USA noch haben. Keine der beiden Parteien wird mit einer Reform der Sozialleistungen in den Wahlkampf ziehen. Beide haben das vergangene Jahrzehnt damit verbracht, ihre Verpflichtungen auszuweiten und dabei die Arithmetik zu ignorieren“, schrieb Druckenmiller. Mit anderen Worten: Die Spekulanten fordern drastische Kürzungen im Bundeshaushalt, und mit weniger werden sie sich nicht zufriedengeben.

Bessent selbst nahm als Spekulant von internationalem Rang an der berüchtigten Operation „Break the Bank of England“ teil, die 1992 von Soros, Druckenmiller und ihm selbst durchgeführt wurde – und dem George Soros‘ Fund angeblich Gewinne von mehr als 1 Milliarde Dollar einbrachte. „Die Ironie, dass jemand, der für Soros und Druckenmiller arbeitete, die 1992 die Bank of England zu Fall brachten, nun so tut, als könne man allein durch Devisenmarktinterventionen eine Währung dauerhaft verteidigen, ist einfach unglaublich“, sagte Adam Posen, Präsident des Peterson-Instituts, Anfang dieses Monats gegenüber der Financial Times.

EIR warnte bereits vor einem Jahr vor der Ausbreitung der globalen Finanzspekulation in den 32-Billionen-Dollar-Markt für Schatzpapiere, den Eckpfeiler des gesamten transatlantischen Finanzsystems. Warum sind Bessent und die Trump-Regierung so verzweifelt darauf aus, die Zinsen zu senken? Die Wahlen im November sind nur ein Teil der Geschichte. Das eigentliche Problem besteht in der drohenden Zahlungsunfähigkeit der US-Bundesverschuldung – sofern keine hamilton’sche Umstrukturierung in der von dem US-Ökonomen Lyndon LaRouche beschriebenen Form („Vier Gesetze“) erfolgt.

Die USA haben gerade die Marke von 40 Billionen US-Dollar bei der gesamten Staatsverschuldung überschritten. Die Zinszahlungen für diese Schulden werden im Jahr 2026 mehr als 1 Billion Dollar ausmachen – fast 14 % des US-Gesamtbudgets von 7,4 Billionen Dollar, so das Congressional Budget Office. Der durchschnittliche Zinssatz für die heutigen Schulden in Höhe von 40 Billionen Dollar liegt bei etwa 3,44 %; neue 30-jährige Staatsanleihen werden derzeit jedoch mit einem Zinssatz von 5,3 % gehandelt. Im Vergleich dazu beliefen sich die Gesamtverschuldung im Jahr 2020 auf 27 Billionen Dollar, bei durchschnittlichen Zinssätzen von nur 1,7 %. Das bedeutet, dass sich die Zinslast für den Bundeshaushalt in nur sechs Jahren grob gesagt verdreifacht hat!

Darüber hinaus steigen derzeit sowohl die Gesamtverschuldung als auch die Zinssätze für neue Schulden, während sich gleichzeitig die Laufzeiten dieser Schulden immer weiter verkürzen. Dieses klassische Muster dürfte den meisten Ländern des Globalen Südens bekannt sein, die seit Jahrzehnten genau dieser Art von Finanzkrieg durch die Wall Street und die Londoner City ausgesetzt sind.

Quelle: eirna.de

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