USA: Gründer von Tea Party und MoveOn gemeinsam für Trennbankensystem

23.01.2013
USA: Gründer von Tea Party und MoveOn gemeinsam für Trennbankensystem klaus 23.01.2013

Am 14. Januar berichtete Joan Blades, die zusammen mit ihrem Ehemann Wes Boyd die dem linken Lager zugerechnete Organisation MoveOn gegründet hatte, über ein Wohnzimmertreffen in Kalifornien, bei dem sie und andere MoveOn-Vertreter mit Mark Meckle, einem der Gründer der konservativen Tea Party Patriots, und mehreren seiner Mitstreiter zusammenkamen, um auszuloten, ob man übereinstimmende Ansichten finden könne.


Am 14. Januar berichtete Joan Blades, die zusammen mit ihrem Ehemann Wes Boyd die dem linken Lager zugerechnete Organisation MoveOn gegründet hatte, über ein Wohnzimmertreffen in Kalifornien, bei dem sie und andere MoveOn-Vertreter mit Mark Meckle, einem der Gründer der konservativen Tea Party Patriots, und mehreren seiner Mitstreiter zusammenkamen, um auszuloten, ob man übereinstimmende Ansichten finden könne.

Ihr Artikel in der Huffington Post hat die Überschrift: „Ein Wohnzimmergespräch über die Wiedereinführung von Glass-Steagall“ und beginnt: „Aktivisten von Tea Party und MoveOn erheben gemeinsam die Stimme für die Wiedereinführung von Glass-Steagall? Das ist gar nicht weit hergeholt; dies ist eine Gemeinsamkeit.“ Sie schreibt, daß sie vor dem Treffen mit dem Anführer der Tea Party nervös gewesen sei, aber dann positiv überrascht wurde. „Rechts oder links, keinem von uns ist das Ausmaß des Einflusses angenehm, den die großen Unternehmen auf die Regulierung durch die Regierung nehmen.“

Blades schreibt: „Zu den Dingen, bei denen wir uns einig sind, daß wir sie gerne sehen würden, gehört die Reduzierung des Einflusses der Großunternehmen auf die Regierung, die Wiedereinführung des Glass-Steagall-Gesetzes, die Reduzierung des von der Regierung angeordneten unproduktiven Papierkrams“ sowie der Strafgesetze.

Am 17. Januar berichtete Joe Garafoli, ein Reporter des San Francisco Chronicle, der bei dem „Gespräch“ dabei sein durfte – Journalisten sind bei diesen Treffen normalerweise nicht erwünscht – unter der Überschrift „Gründer von MoveOn und Tea Party treffen sich“ über das Treffen. Auch er sei überrascht gewesen über die Gemeinsamkeiten: „Auf der Tagesordnung stand das Thema Filz-Kapitalismus, aber das Gespräch reichte von der Bildung bis hin zur Reduzierung der Verbrechensrate.“

Garafoli weiter: „Nachdem man drei Stunden lang gesehen hatte, wie sich die von den Medien geschaffenen Zerrbilder der jeweils anderen Seite in Luft auflösten, beschlossen die sechs, daß sie zunächst einmal alle die Wiedereinführung des Glass-Steagall-Gesetzes unterstützen werden. Dieses Gesetz aus der Ära der Großen Depression hinderte Geschäftsbanken daran, sich an Investmentgeschäften zu beteiligen, aber es wurde 1999 unter der Regierung Clinton aufgehoben. Diese Rücknahme wird allgemein als eine wesentliche Ursache für den Finanzmarktkrach von 2008 betrachtet. Die Wiedereinführung von Glass-Steagall findet sowohl bei der politischen Linken wie bei der Rechten Anklang, weil sie die Macht der großen Spieler der Wall Street beschneidet, die die Politik und die Finanzen der Nation beherrschen. Niemand in diesem Wohnzimmer mag den Filz-Kapitalismus und sie wissen, warum die Wiedereinführung bisher nicht stattgefunden hat.“

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