Bis zum Parteitag der Demokraten, der am 25.August in Denver beginnt, sind es nun weniger als drei Wochen. Und nun zirkuliert überall in den amerikanischen Medien der Bericht eines Treffens Hillary Clintons mit Unterstützern in Palo Alto, Kalifornien, welches bereits am 31. Juli stattfand, aber über das bis jetzt nichts in den Medien erschienen war. Im Laufe des Treffens, dessen Video
auch auf YouTube.com abrufbar ist, beantwortete Clinton mehrere Fragen betreffend ihre Nominierung zum Parteitag der Demokraten. Senatorin Clinton machte dabei klar, daß es ihrer Meinung nach nur durch eine freie Abstimmung möglich sei, die Partei hinter einem Kandidaten zu vereinen. Die Delegierten
könnten für sich selbst entscheiden, sie bräuchten keine Erlaubnis. Sie betonte auch, daß sie den Prozeß [wer nominiert werde] nicht kontrollieren könne. Hier einige Auszüge:
"Ich glaube, daß wir [die Demokratische Partei] dadurch gestärkt werden, wenn die Menschen spüren, daß ihre Worte gehört, und ihre Ansichten respektiert werden. Ich denke, daß macht einen großen Teil aus, wie wir die Partei einigen können.
Und ich weiß, nur von dem was ich höre, daß es dafür ein aufgestautes Verlangen gibt. Und ich denke, so wollen Leute damit umgehen: ‚Okay, das ist eine Katharsis, wir sind hier, wir haben es hinter uns gebracht und nun soll jeder Senator
Obama unterstützen.‘ Das ist was die meisten für das Beste halten. Keine Entscheidungen wurden bisher getroffen. Wir werden versuchen, das mit dem DNC (Democratic
National Committee) und dem Obama-Lager durchzugehen."
Auf die Frage, ob es normal sei, solch eine Angelegenheit mit dem DNC und dem Mitbewerber zu verhandeln, antwortete Hillary Clinton:
"Ich habe mehr für meinen Konkurrenten getan, als vergleichbare Vorkandidaten dies taten." Clinton zählt dann Jerry Brown, Gary Hart und Teddy Kennedy auf, die, anders als sie, mit ihren parteiinternen Gegenkandidaten bis zum
Parteikonvent die offene Auseinandersetzung suchten.
Als ihre Unterstützer mit Nachdruck Clintons Name auf dem Stimmzettel beim Konvent forderten, sagte sie: "Die Delegierten können das selbst entscheiden. Sie brauchen keine Genehmigung. Sie können entsprechend der Regeln des DNC
entscheiden…"
"Was wir erreichen wollen, ist die Nominierung von Senator Obama durch einen geeinten Parteitag der Demokraten. Wie ich sagte, die beste Art dies zu erreichen – und ich könnte mich irren – aber die beste Art, wie ich meine, ist einer Strategie zu folgen, die meine Delegierten spüren läßt, daß sie eine wichtige Rolle spielen und daß ihre Legitimität bestätigt ist.
Es ist so alt wie ein griechisches Drama. Da gibt es die Katharsis. Ich meine, jeder wird kommen und anfangen wollen zu schreien und eine Gelegenheit suchen, seinen Unmut zu äußern. Und ich denke, das ist gut so. Weil dann alle sagen können: ‚Okay, jetzt gehen wir raus und gewinnen [die Präsidentschaftswahl].’Das ist,
was die Delegierten spüren wollen. Wir wollen nicht, daß auch nur ein Demokrat im Saal oder im Stadion oder zu Hause sich abwendet und sagt: ‚Ich bin nicht zufrieden, ich bin nicht froh.‘ – Ich meine, das ist es, was ich zu verhindern suche."
Ein Unterstützer sagte, die Partei werde wieder vereint sein, wenn Clinton bei der ersten Abstimmung dabei wäre und daß sogar Obama-Unterstützer eine entsprechende Petition dafür unterschrieben hätten. Hillary Clinton antworte darauf: "Wie sie vielleicht verstehen, habe ich darauf keinen so großen
Einfluß."
Nachdem dieser Gedankenaustausch sich in den Medien verbreitete, gab es von den beiden Lagern der Demokraten folgendes nichtsagende Statement: "Wir arbeiten zusammen um sicherzustellen, daß der Wahlkampf im Herbst und der Parteitag zum Erfolg führen. Beim Konvent der Demokraten wollen wir sicherstellen, daß alle die in diesem historischen Vorgang mitwirken, auch angehört werden und daß so unsere Partei geeint in den Präsidentschaftswahlkampf ziehen
kann."
Das gesamte, fast 6-minütige Video kann man im amerikanischen Original auf: [url:“http://www.youtube.com/watch?v=M8gdU_1MM44]YouTube.com [/url]finden.