Die Sonntagsausgeben der "Washington Post" und "NYT" berichteten über wachsenden Widerstand gegen die geplanten Gesundheitsreformen der US-Regierung, mit denen Präsident Obama das Budgetdefizit "in Ordnung" bringen will. Am Samstag hatte er in einer Radioansprache insgesamt 950 Mrd. $ Einschnitte bei Medicare, Medicaid und Krankenhäusern angekündigt. Es wird erwartet, daß Senator Baucus, der Hauptbefürworter dieser Poliitk im Senat, nächste Woche zusammen mit Sen. Grassley (R-Ia.) seine Gesetzgebung vorstellen wird.
Der Präsident der amerikanischen Krankenhausgesellschaft, Richard J.Umbdenstock, rief bereits vor Obamas Rede zu einer Mobilisierung auf, um diese Pläne zu stoppen. "Weniger Zahlungen zu leisten, ist keine Reform", warnte er. Der Obama-Plan sehe "unverhüllte Kürzungen vor, die die Möglichkeit der Krankenhäuser, ihre Patienten besser zu versorgen, zunichte machen würde". Auch Dr. Patricia A. Gabow, Leiterin eines großen öffentlichen Krankenhauses für die Gesundheits- und Krankenhausagentur von Denver, beschuldigte die Obama-Regierung, einen "sehr gewagten" Plan voranzutreiben, der das existierende Sicherheitsnetz zerstören würde. Und der Präsident der Greater New York Hospital Association, Kenneth E. Raske, nannte den Plan "zerstörerisch für Krankenhäuser, die die Menschen in den Innenstädten versorgen".
Selbst der Vorsitzende des Senatsausschusses für Haushaltsfragen, der demokratische Senator Kent Conrad (D-N.D.) hat mittlerweile zugegeben, daß die Behauptung, man könne mit drastischen Einsparungen im Gesundheitswesen das Haushaltsdefizit in den kommenden zehn Jahren in den Griff bekommen, nicht stimmen. Es sei allgemein bekannt, daß man es mit einer Situation zu tun habe, in der solche Berechnungen "nicht aufgingen".