Vatikan-Konferenz zur KI im Zeitalter von Atomwaffen beendet

17.07.2026
Vatikan-Konferenz zur KI im Zeitalter von Atomwaffen beendet klaus 17.07.2026

Mehr als 200 führende Wissenschaftler, Nobelpreisträger und weitere Teilnehmer beendeten heute ihre dreitägigen Beratungen über die Enzyklika „Magnifica Humanitas“ von Papst Leo XIV. Sie unterzeichneten eine Erklärung mit dem Titel „Römische Erklärung über einen unbewaffneten und entwaffnenden Frieden im Zeitalter der künstlichen Intelligenz und der Atomwaffen“.

Die Beratungen machten deutlich, dass der Mensch die von ihm geschaffenen technologischen Fortschritte beherrschen müsse. In der Erklärung wird gefordert, dass „Regierungen, Unternehmen und internationale Organisationen eine koordinierte Verlangsamung der Entwicklung von Hochleistungs-KI ermöglichen. Wir fordern dringende, anhaltende und aufrichtige Verhandlungen, die innerhalb eines vereinbarten und zeitlich begrenzten Rahmens zur überprüfbaren und irreversiblen Beseitigung von Kernwaffen führen. […] Wir müssen das nächste Wettrüsten verhindern, sowohl im Bereich der KI als auch im nuklearen Bereich, bevor es unser Jahrhundert bestimmt.“

In der heutigen Sitzung sagte der Generalvikar von Rom, Kardinal Baldo Reina, zur Römischen Erklärung: „Sie kommt zu einer Zeit, die von raschem Wandel und tiefgreifenden Risiken geprägt ist: Künstliche Intelligenz, Kernwaffen, geopolitische Instabilität, die Krise des Multilateralismus und die Versuchung, Sicherheit auf Angst, Abschreckung und gegenseitige Bedrohung zu gründen.“ Er betonte, dass wir an einem „entscheidenden Moment“ der Geschichte stehen. „Wissenschaftlicher und technologischer Fortschritt bieten außergewöhnliche Möglichkeiten für die Gesundheitsversorgung, Bildung, den öffentlichen Gesundheitsschutz, den Umweltschutz, die Armutsbekämpfung und die Friedensförderung. Doch derselbe Fortschritt, losgelöst von Ethik, Verantwortung und Respekt vor der Würde des Menschen, kann zu einem Instrument der Herrschaft, der Ausgrenzung und sogar der Zerstörung werden.“

Die heute vorgelegte Erklärung erinnere uns mit großer Deutlichkeit daran, dass keine Maschine, kein Algorithmus und kein autonomes System ins Zentrum von Entscheidungen gestellt werden dürfe, von denen das Überleben der Menschheit abhänge. Vielmehr müssten „Entscheidungen über Leben und Tod, Krieg und Frieden und die Zukunft von Völkern und kommenden Generationen unter voller, verantwortungsvoller und sinnvoller menschlicher Kontrolle bleiben.“

Pater Andrea Ciucci, Kanzler der Päpstlichen Akademie für das Leben, unterstrich einen zentralen Punkt: Der Mensch ist einerseits fähig, unglaubliche Meisterwerke zu erschaffen. Andererseits kann menschliche Findigkeit aber auch enorme Verwüstungen anrichten. KI und Kernenergie seien da keine Ausnahme, so Ciucci. Er fügte hinzu: „KI kann Menschen dazu bringen, zu bauen oder zu zerstören.“

Professor David Gross, Physiknobelpreisträger und Inhaber des Chancellors-Lehrstuhls für Theoretische Physik an der University of California, sagte: „Wir bitten die Atommächte, Politiken zu fördern, die das Risiko von Krieg, Atomkrieg und Vernichtung verringern.“ Er forderte die Anwesenden zum Handeln auf – inspiriert durch die Worte des Papstes und jeder nach seinem moralischen Empfinden.

Er warnte, dass die Gefahr von Kernwaffen heute deutlich größer sei als vor 30 Jahren. „Wir befinden uns inmitten eines beschleunigten Wettrüstens.“ Unser Überleben und das unserer Kinder und Enkel stehe auf dem Spiel. Er wiederholte: „Erinnert euch an eure Menschlichkeit und vergesst alles Übrige.“

Quelle: eirna.de

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