Das Wirtschafts-"Festival" im italienischen Trento vom 29.5.-1.6. unter dem Motto „Identität und globale Krise" war der Verhaltens- oder besser Psychoökonomik gewidmet, und sollte eindeutig vom gescheiterten System der Globalisierung ablenken. Im Programm hieß es: "… Die schlechteste und gefährlichste Lehre, die man aus dieser Krise ziehen könnte, ist die, daß sie ein Kind der Globalisierung sei."
Die zwei Verhaltensökonomen: James Heckman und George Akerlof sprachen über „Wirtschaft und Psychologie der Persönlichkeit" bzw. „Animalische Instinkte". Andere Vorträge lauteten: „Grenzen der Nationen" von Alberto Alesina, „Wie die Globalisierung uns helfen kann, schneller aus der Krise zu kommen oder "Identitätskonflikte in der Geschichte". Der "Ökonom" Alesina forderte eine Aufspaltung großer Nationen in kleinere, ethnisch und religiös homogene Einheiten, wobei er namentlich Rußland, Spanien und Großbritannien erwähnte.
Bei dem Festival gab es auch Schauprozesse gegen Ökonomen, Politiker, Aufsichtsbeamte und Bankiers. Es ging dabei aber keineswegs um eine Untersuchung im Sinne einer "Pecora-Kommission". Man beschränkte sich darauf, festzustellen, "schlechte Aufsicht" sei für die Krise verantwortlich. Der freie Markt hingegen wurde überhaupt nicht in Frage gestellt. Und natürlich erwähnte keiner der Redner, daß der amerikanische Ökonom Lyndon LaRouche die Krise sehr präzise vorhergesagt und Lösungsvorschläge vorgelegt hat. Wie auch? Diese Leute wollen ihre virtuelle Realität um jeden Preis verteidigen – nicht zuletzt, weil sie gut dafür bezahlt werden.
Der Gründer und Veranstalter des Festivals, Tito Boeri, ist Hausökonom des schweizerisch-italienischen Finanziers Carlo de Benedetti. Boeri lehrt an der neoliberalen Bocconi-Universität in Mailand und ist Direktor der Rodolfo de Bendetti-Stiftung, die eng mit dem freihändlerisch-imperialen Londoner CERP (Centre for Economic Policy Research) zusammenarbeitet.