Viktor Iwanow: Schluß mit der rauschgiftabhängigen Blasenwirtschaft, Entwicklung für Afghanistan

19.03.2012
Viktor Iwanow: Schluß mit der rauschgiftabhängigen Blasenwirtschaft, Entwicklung für Afghanistan elke 19.03.2012

Viktor Iwanow, Chef der russischen Drogenbekämpfungsbehörde hat beim 55. Treffen der UN-Drogenkommission am 12. März zwei wichtige neue Initiativen zur massiven wirtschaftlichen Entwicklung Afghanistans und der zentralasiatischen Republiken vorgestellt. Der designierte russische Präsident Putin unterstütze diese Vorschläge. In Wien erklärte Iwanow, die neoliberale Wirtschaftspolitik müsse jetzt beendet werden, da das globalisierte Finanzsystem den wirkliche Markt für den Drogenhandel darstelle. Letzten November hatte Iwanow bereits bei einer Rede in Washington betont, es müsse Schluß sein mit der rauschgiftabhängigen, globalen Blasenökonomie.

Der Titel der Iwanow-Rede lautete: „Über Herangehensweisen einer umfassenden und ausgewogenen Anti-Drogen-Politik, aufbauend auf Infrastrukturentwicklung im Zusammenhang mit der Herausforderung, das weltweite Zenterum der Drogenproduktion in Afghanistan zu beseitigen.“

„Eine allumfassende alternative Entwicklung ist das, was Afghanistan heute vor allem braucht,“ sagte Iwanow. „Was bedeutet das praktisch? Es bedeutet, die Industrialisierung und Elektrifizierung des seit langem leidenden Afghanistan zu organisieren, so daß neue Technologien und Infrastruktur zur Hauptquelle und Lokomotive der Schaffung öffentlichen Reichtums werden. Ich bin davon überzeugt, daß der Weg, das Problem der Rauschgiftproduktion zu lösen, genau darin besteht, eine sozioökonomische Welle zu organisieren, die die nächste Generation von Infrastruktur schafft und in der Lage ist, für die Mehrheit der Bevölkerung in den betroffenen Ländern den Zugang zu einer modernen Lebensqualität auf Weltniveau zu schaffen. Der Aufbau einer solchen neuen Generation der Infrastruktur, und zwar nicht für einige wenige, sondern zugunsten der Allgemeinheit, ist es, was eine substantielle Lösung für die planetare Herausforderung der Rauschgiftproduktion bietet.“

„Im wesentlichen steht die Welt heute vor der Notwendigkeit, das kranke neoliberale Wirtschaftswesen aufzugeben, das Ungleichheit hervorbringt und die Erde zu einem Rauschgiftgebiet macht. Stattdessen müssen wir zu einem neuen sozioökonomischen Modell wechseln, das das von den Vereinten Nationen anerkannte Recht auf Entwicklung und sozialen Fortschritt verwirklichen würde. Der Standpunkt, den ich hier vertreten habe, stimmt mit der Position des Premierministers und jetzigem designierten Präsidenten Rußlands, Wladimir Putin, überein.“

Die Zeitung Kommersant berichtete am 7. März, Iwanow habe vorgeschlagen, eine russische Firma für die Zusammenarbeit mit den Ländern Zentralasiens zu errichten. Es geht unter anderem um Wasserkraft-Staudämme in Kirgistan und Tadschikistan, ein Wasser-Energie-Nahrungsmittel-Programm für die zentralasiatische Region, einschließlich der Wiederherstellung von Energieversorgungslinien aus der sowjetischen Zeit, den Bau eines zentralasiatischen Kernkraftwerks und eine Wasserpipeline zwischen Südsibirien und dem Fergana-Tal. Ein anderer Aspekt ist ein Programm zur Sicherung der Proteinversorgung, einschließlich Geflügelzucht und die Errichtung von Fließbandfabriken für Hochtechnologieproduktion.

Diese Herangehensweise stellt für jeden, der wirklich Frieden will, einen ernsthaften alternativen Ansatz dar. Das gilt auch für Deutschland, das den fehlgeschlagenen Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan jetzt ohnehin schleunigst beenden muss.

Scroll to Top