Dem Washingtoner Enthüllungsblatt "Roll Call" vom 6. Juli zufolge scheinen sich die Hoffnungen der demokratischen Führung im Senat, die Gesundheits"reformen" noch vor der Sommerpause im August auf den Weg zu bringen, zu zerschlagen. Präsident Obama besteht darauf, die entsprechende Gesetzesvorlage bis zum 15. Oktober durchzusetzen. "Roll Call" zitiert für seine Einschätzung Sen. Chris Dodd und die wachsende Opposition der Republikaner, Gewerkschaften und Liberalen.
Im ganzen Lande finden Pressekonferenzen der amerikanischen Bezirke und Gemeinden statt, in denen die katastrophale Lage in der Gesundheeitsversorgung der Bevölkerung an die Öffentlichkeit gebracht wird. Die Bundesstaaten haben zu Beginn des neuen Fiskaljahres gerade teils verheerende Kürzungen in ihren Budgets vorgenommen, die vor allem zu Lasten der Gesundheits- und Sozialprogramme gehen. Im letzten Jahr waren bereits 12.000 Beschäftigte des Gesundheitssektors entlassen worden, und die Rate beschleunigt sich jetzt. Die lokalen Behörden schlagen auch Alarm, weil sich zusätzlich die Schweinegrippe immer weiter ausbreitet.
In Kalifornien fand am 7. Juli eine Großdemonstration vor dem Staatsparlament statt, an der Patienten und Beschäftigte des Gesundheitswesens gemeinsam unter dem Motto demonstrierten: "Tag der Abrechnung durch das Volk: der Staatshaushalt bringt mich um!"
Jetzt ist nicht die Zeit, weitere Sparpläne im Gesundheitssektor durchzusetzen – lautet die klare Botschaft nach Washington.