Die unmißverständliche Reaktion auf russischer Seite auf den Putsch in Kiew hat einigen Leuten in Deutschland deutlich gemacht, daß sie mitsamt der EU-Politik im Glashaus sitzen und sie sich besser nicht gemein gemacht hätten mit den Extremnationalisten und Neo-Nazis der Ukraine, die sich den Weg an die Macht mit Molotow-Cocktails und Gewehren freigeschossen haben. “Unter Umständen setzen wir nachher auf die ganz falschen Leute,” klagte der außenpolitische Sprecher der CDU, Mißfelder im ZDF am Sonntagabend, womit er schon die ersten Absetzbewegungen von der verheerenden Maidan-Euphorie andeutete. “Die Europäer haben erst jetzt erkannt, daß das Ganze sich nicht nur auf dem Fernsehbildschirm abspielt, sondern Realität ist,” merkte Alexander Rahr, der Rußlandexperte des Deutsch-Russischen Forums, sarkastisch an.
Aus militärischen Kreisen Deutschlands wird jetzt davor gewarnt, Rußland noch mehr herauszufordern oder sogar mit militärischen Gegenmaßnehmen der NATO zu drohen. Die Ukraine sei kein Mitgliedstaat des westlichen Verteidigungsbündnisses, „insofern wird es für die NATO schwierig sein, wirklich konkrete Hilfe anzubieten“, sagte Harald Kujat, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr und ehemaliger Vorsitzender des Militärausschusses der NATO, am Montag. Militärische Hilfe durch die NATO für die Ukraine sei falsch, vielmehr sei etwas anderes jetzt extrem wichtig: „Im Augenblick geht es darum, mit Russland zu sprechen, nicht über Russland.“ Man müsse immer im Auge behalten, daß Russland nach den USA die zweite große Weltatommacht sei, eine militärische Eskalation wäre daher risikoreich. „Es muss das Interesse aller Beteiligter sein, eine Eskalation unbedingt zu vermeiden.“
Am Dienstagmorgen warnte Kujat noch dringlicher im Interview mit dem Deutschlandfunk, ein Krieg um die Ukraine wäre eine “Katastrophe für Europa und die Welt.” Und ebenfalls am Dienstag sagte Kujat im Bayerischen Rundfunk: „Wir sind in einer ganz schwierigen Situation und das eigentlich problematische daran ist, dass wir sehr wenig Möglichkeiten haben, diese Krise wirklich zu steuern… Es genügt ein Schuß, und dann geht alles in die Luft.” Er wiederholte, man müsse mit den Russen reden, das sei längst überfällig. Der einzige Rahmen, eine direkte Konfrontation des Westens mit Rußland abzuwenden, sei der Nato-Russland-Rat, sagte Kujat. Die deutsche Regierung solle sich aktiv dafür einsetzen, dass dieses von Russland akzeptierte Gremium sich mit der Krise beschäftige. Ein militärisches Eingreifen des Westens gegen die Russen aber “wäre Selbstmord.” Rußland habe eine klare rote Linie gegen einen Beitritt der Ukraine zur NATO gezogen, und der Westen müsse diese Linie ebenso akzeptieren wie den vertraglich abgesicherten Anspruch Rußlands auf Sewastopol als Standort der Schwarzmeerflotte, sagte Kujat.
Noch deutlicher meldete sich am Dienstagnachmittag Carlo Masala, Professor für internationale Politik an der Bundeswehr-Universität in München, zu Wort. In der Münchner Abendzeitung warnte er: “Wenn sich die Nato auf einen militärischen Konflikt mit den Russen einlässt, stehen wir sofort am Rande eines möglichen Nuklear-Kriegs. “
Genau darum geht es! Darum ist der beste Weg, dieses Desaster zu stoppen, jetzt die BüSo bei der Mobilisierung gegen den Nazi-Putsch in der Ukraine zu unterstützen.