Warnungen über Brutalität von Blackwater wurden mißachtet

08.10.2007
Warnungen über Brutalität von Blackwater wurden mißachtet admin 08.10.2007

Gegenwärtige und ehemalige amerikanische Diplomaten haben der Los Angeles Times gesagt, daß das Außenministerium viele Warnungen zum brutalen Verhalten amerikanischer Angestellten des Söldner-Unternehmens Blackwater ignoriert habe, obwohl ihre Grobheiten irakische Zivilisten in Gefahr brachten und die amerikanische Bemühungen, die Unterstützung der Bevölkerung zu gewinnen, untergraben haben.

Beamte des Außenminiteriums behaupten, die Entscheidung im Juni 2004, ausländischen Auftragsnehmern Immunität gegenüber irakischen Gerichten zu gewähren, "eine Bombe [war], die jederzeit losgehen konnte." Janessa Gans, eine ehemalige Beamtin, sagte der Times daß sie während ihrer zwei Dienstjahre im Irak gesehen habe, wie Wächter von Blackwater irakische Zivilisten einschüchterten und ihren Besitz zerstörten.

Als sie protestierte, nachdem sie Zeugin der Mißhandlung von Zivilisten durch Blackwater-Angestellte gewesen war, habe man ihr gesagt, die Blackwater-Mitarbeiter seien dazu ausgebildet worden, alle Iraker als potenzielle Terroristen zu betrachten. Sie habe darauf geantwortet: "Wenn sie vorher noch keine Terroristen waren, dann sind sie’s jetzt gewiß."

Nachdem sie erfuhr, daß die irakische Regierung Blackwater neulich mit Landesverweis gedroht habe, habe sie sich gedacht: "Endlich ist’s soweit." Obwohl Mitarbeiter der US-Botschaft sowie der diplomatischen Mission Beschwerden eingereicht und ihre Sorge über Blackwater geäußert hätten, hätten die höheren Etagen keinerlei Überprüfung durchgeführt oder der Frage irgendwelche Aufmerksamkeit gewidmet – bis zu dem Fall vom 16. September, bei dem Blackwater-Angestellte mehrere irakische Zivilisten in Baghdad grundlos niedergeschossen hatten.

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