Frage von einem Autor eines bekannten Internet-Blogs in Rußland: Wir grüßen Sie an diesem Tag des Sieges [8.Mai] und unser Dank gilt Ihnen als Veteran dieses Krieges. Meine Frage an Sie ist für uns hier in Rußland extrem wichtig, denn leider wird uns in solchen Fragen alles Mögliche erzählt, nur nicht die Wahrheit. Ich möchte Herrn LaRouche schon jetzt mitteilen, daß seine Antwort auf diese Frage überall veröffentlicht werden wird, da dies in Rußland eine ganz heiße Frage ist, genauso wie Herr LaRouche selbst. Meine Frage ist: Was geht wirklich in Griechenland vor? Oder um es anders auszudrücken: Wer hat in Griechenland wirklich gewonnen, die Regierung oder die Bevölkerung, die so lautstark und beherzt protestiert?
LaRouche: Die Krise in Griechenland hat gerade erst begonnen. Der Umstand, daß das griechische Parlament die Forderungen der Europäischen Union offiziell geschluckt hat, bedeutet, daß sich die Krise jetzt in einer potentiell tödlichen Weise zuspitzen wird. Denn daß sich Griechenland den EU-Forderungen gebeugt hat, ist eine existentielle Frage. Die Einschränkungen, die der griechischen Bevölkerung auferlegt werden, sind unbeschreiblich. Damit ist in dieser Unterregion Europas, auf dem Balkan, eine blutende Wunde aufgerissen worden, und diese Wunde wird lange offen bleiben, wenn nicht sofort etwas unternommen wird. Das ist wirklich kriminell.
Aber wie ich bereits erwähnte, das Entscheidende, was sich weltweit auf den Finanzmärkten und anderswo abspielt, ist der Zusammenbruch des Britischen Empire. Das Britische Empire ist nicht ein Imperium des britischen Volkes. Es ist ein Imperium von Institutionen, die von ihrem Ursprung venezianisch sind. Es ist ein Gremium wie der Apollokult von Delphi, der bis zur Zeit des Todes von Plutarch über Europa herrschte, jenes letzten Hohenpriesters des Apollokults von Delphi, der Rom beherrschte. Die Welt wurde fast immer von solcherlei Kulten regiert.
Was die Briten in Europa repräsentieren, ist eine Form von Imperium, das aus der Delphi-Tradition abstammt. Es hat mehrere Phasen durchgemacht: Die Zwischenphase von der Zerstörung des Perserreiches bis zur Entstehung des Römischen Reiches und dann des Byzantinischen Reiches. Etwa im Jahre 1000 folgte das venezianische Imperium, das damals die Finanzen der Welt kontrollierte. Noch heute ist Venedig ein kontrollierender Faktor im finanziellen Leben der Welt. Vor allem wenn Sie Italiener sind und die Geschichte Italiens kennen, wissen Sie, daß Venedig über die mit ihm verbundenen Seitenäste fast die gesamte Welt kontrolliert. Es ist ein Finanzzentrum der Welt. Das gleiche Venedig verursachte im 14. Jahrhundert das neue dunkle Zeitalter, indem es die Kontrolle über das Geldsystem umstellte. Das gleiche geschieht mehr oder weniger ähnlich auch heute.
Dieses internationale Finanzimperium hat jetzt mit Hilfe Alan Greenspans einen Berg nomineller Geldschulden erzeugt, der alle Vorstellungen übersteigt. Niemand weiß, wie groß dieser Berg ist! Er wächst wie ein Krebsgeschwür immer weiter. Die Welt kann mit diesen Schulden nicht überleben, doch die Leute, die dahinter stehen, wollen unbedingt die Macht darüber behalten.
Unter diesen Bedingungen gibt es eigentlich nur zwei Alternativen: Eine ist, so weiter zu machen, bis die Welt in die Luft fliegt, wie es unter früheren Imperien geschehen ist. So war es im neuen dunklen Zeitalter des 14. Jahrhunderts, als 30% der Bevölkerung umkamen und anschließend eine völlig neue Form der Zivilisation entstand.
Das ist das eine, das aus dem Britischen Imperium hervorgeht. Es kontrolliert fast alle monetären Finanzsysteme der Welt. Wenn man die Zivilisation retten will, muß man also dieses Britische Imperium zerstören. Doch das Britische Imperium hat sich unter miesen Präsidenten wie George H.W. Bush, George W. Bush und jetzt Obama in Szene gesetzt, denen in ihrer Politik alles fremd ist, was den wirklichen Interessen der Zivilisation generell oder der Vereinigten Staaten im besonderen entspricht.
Das System ist am Ende. Anstatt es Griechenland zu erlauben, sein Geldsystem zu reorganisieren, werden dem Land die Rettungsgelder Europas aufgezwungen. Doch all diese Schulden sind weitgehend ohne jeden Wert! Wenn somit Europa, das selbst am Rande des Zusammenbruchs steht, hergeht und sich weitere unbezahlbare Schulden auflädt, die Griechenland niemals zurückzahlen kann, bedeutet das, daß Europa selbst implodieren wird. Und die Briten stehen dahinter.
Was die Briten im Augenblick am allermeisten fürchten, ist eine Glass-Steagall-Reform in den Vereinigten Staaten. Wenn die Vereinigten Staaten eine Glass-Steagall-Reform beschließen, wie sie derzeit vorangetrieben wird, dann wäre das Britische Empire besiegt und wir wären gerettet.
Europa wird erst einmal einen Kollaps erleben, der aber vorübergehend sein könnte, wenn die Vereinigten Staaten mit Hilfe einer Rooseveltschen Reform wieder auf die Beine kommen. Dann ginge es wieder bergauf, und Europa und auch Rußland könnten gerettet werden. Dadurch könnten wir auch die Sicherheit Chinas, Indiens und anderer Teile der Welt gewährleisten. Selbst jetzt noch könnten wir die weltweite Krise stoppen, wenn wir so verfahren. Wenn wir die Glass-Steagall-Reform nicht durchsetzen, wie ich sie dargestellt habe, gibt es keine Hoffnung für ein ordentliches Überleben der Menschheit in der unmittelbaren Zukunft – beginnend mit dieser und der nächsten Woche. Was am Donnerstag passierte [der massive Börsencrash an der Wall Street am 6. Mai] war kein Zufall; das war eine gesetzmäßige Entwicklung in einem System, das kollabiert.
Im Mittelpunkt der Macht des künstlichen Geldes steht das Britische Empire. Es läßt sich in der Gruppe lokalisieren, die 1971 von Jacob Rothschild organisiert wurde, der Inter-Alpha-Gruppe. Sie ist das Zentrum der politisch-monetären Macht auf der Erde. All das steht kurz vor dem Kollaps, besonders nach den verpatzten Wahlen in Großbritannien, die ein weiterer Instabilitätsfaktor sind.
Wir müssen einfach klarstellen: „Ihr seid am Ende, und wir werden wieder ein US-Dollar-System einrichten. Wir werden all diese betrügerischen Schulden streichen. Wir werden die Banken so reorganisieren, wie es nach unserem Wissen erforderlich ist und wie es in der Vergangenheit schon einmal geschehen ist. Wir werden unseren Gesetzen folgen, die wir in unserer Verfassung und anderswo festgelegt haben. Wir wollen überleben! Und die Welt wird mit uns zusammenarbeiten, um das britische System mit einem System zu ersetzen, das sich mit den Glass-Steagall-Prinzipien deckt." So müssen wir verfahren.
Es ist auch kein Zufall, daß [dieser Börseneinbruch] jetzt passiert ist. Als ich die heutige Veranstaltung ansetzte, wußte ich, daß uns genau eine solche Entwicklung bevorstünde. Und genau das ist eingetreten.
Das Problem ist, daß die meisten, die sich Ökonomen nennen, nichts von Wirtschaft verstehen. Sie glauben nur an monetäre Systeme! Doch in einem monetären System sind Werte größtenteils künstlich. Die meisten heute auf der Welt geführten Geldwerte sind vollkommen künstlich. Und wenn diese Blase immer weiter aufgebläht wird, wird sie eines Tages platzen. Jetzt ist die Zeit des Platzens gekommen!
Ich wußte, daß dies etwa zu dieser Zeit passieren mußte; allerdings ist es jetzt zwei Tage vorher passiert. Daran ist nicht Zufälliges oder Überraschendes – die Geschichte ist eben so. Wenn Sie wie ich im Rahmen einer physischen Ökonomie und nicht irgendeiner unsichtbaren Papiermaschee-Wirtschaft denken würden, dann wüßten Sie, daß wir am Ende sind. Das System ist am Ende, und daran ist nichts Geheimnisvolles. Das Problem ist, daß die Leute an dieses verrückte System zuviel Wert binden. Sie machen sich davon abhängig. Sie meinen, es hätte einen Eigenwert, den es aber nicht hat. Es ist nur Papier – und häufig nicht einmal mehr das! Es ist nur noch ein elektronisches Rascheln irgendwo.
Alles hängt jetzt von der Glass-Steagall-Reform ab. Wenn wir das schaffen, werden wir überleben, dann werden die USA wieder eine Macht sein, um in Europa mit Nationen wie Deutschland, Rußland, Italien und Frankreich zu reden – selbst die Franzosen werden wahrscheinlich zustimmen. Wir fordern sie einfach auf, sich unserem System anzuschließen: „Besinnt euch wieder auf eure Souveränität als Nationalstaaten und schließt euch einem Übereinkommen mit uns an – wie Roosevelts Übereinkunft in Bretton Woods. Wir schaffen wieder ein System mit festen Wechselkursen, das auf unserer Tradition solcher Systeme basiert." Das wäre die Lösung!
Aber man muß sehen, daß insbesondere Rußland derzeit in ein übles Geld- und Finanzsystem hat, das unter der Kontrolle von Piraten in der Karibik steht. Denen gehört Rußland aus der Ferne, und die armen Russen kommen nicht an das Geld heran, das die karibischen Piraten kontrollieren. Diese rauben Rußland aus, und die Profite streichen die karibischen Piraten ein. Wir können Rußland zu Hilfe kommen. Wir können Abkommen mit den Regierungen Westeuropas und mit Rußland Schließen. Auch China, Indien und einige andere Länder wären froh, solche Vereinbarungen zu schließen.
Mit einer solchen Vereinbarung könnten wir ein neues internationales System schaffen, wie es von Franklin Roosevelt in Bretton Woods angestrebt worden war. Wenn wir unter diesen Bedingungen das tun, was ich umrissen habe, können wir überleben und wieder voran kommen. Dann sagen wir dem Britischen Empire bye-bye!