Weihnachtsflugblatt: „Evangelii Gaudium“ – Nein zu einer Wirtschaft, die tötet!

23.12.2013
Weihnachtsflugblatt: „Evangelii Gaudium“ – Nein zu einer Wirtschaft, die tötet! elke 23.12.2013

Das untenstehende BüSo-Flugblatt „Evangelii Gaudium“ – Nein zu einer Wirtschaft, die tötet! – eignet sich besonders gut, um es über die Feiertage weiterzugeben und zu verteilen: z.B. bei Kirchen, bei Konzerten, an Bekannte oder Verwandte – und natürlich auch danach – an Bürgermeister, Stadträte, Landtags- und Bundestagsabgeordnete. Hier finden Sie zwei pdf-Vorlagen zum Ausdrucken (jeweils als [url:“http://bueso.de/node/6927″]Faltblatt[/url] oder für den [url:“http://bueso.de/node/6926″]ganzseitigen Ausdruck in A4[/url]).


Das untenstehende BüSo-Flugblatt „Evangelii Gaudium“ – Nein zu einer Wirtschaft, die tötet! – eignet sich besonders gut, um es über die Feiertage weiterzugeben und zu verteilen: z.B. bei Kirchen, bei Konzerten, an Bekannte oder Verwandte – und natürlich auch danach – an Bürgermeister, Stadträte, Landtags- und Bundestagsabgeordnete. Hier finden Sie zwei pdf-Vorlagen zum Ausdrucken (jeweils als [url:“http://bueso.de/node/6927″]Faltblatt[/url] oder für den [url:“http://bueso.de/node/6926″]ganzseitigen Ausdruck in A4[/url]).

Wir wünschen Ihnen allen Frohe Weihnachten und ein friedvolles Neues Jahr!
Der Bundesvorstand und das Büso-Videoteam

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„Evangelii Gaudium“: Nein zu einer Wirtschaft, die tötet!

Das neue Apostolische Schreiben von Papst Franziskus „Evangelii Gaudium“ ist in seiner Brisanz eigentlich nur zu vergleichen mit der Enzyklika, die Papst Pius XI am 21. März 1937 veröffentlichte. Der Titel dieser Enzyklika hieß damals „Mit brennender Sorge“ und galt den Entwicklungen in Nazi-Deutschland.

Was damals gegen die Nazis gerichtet war, richtet sich heute gegen die Tyrannei einer Finanzordnung, die tötet. Im Päpstlichen Schreiben vom 26. November heißt es, so wie das 5. der Zehn Gebote lautet „du sollst nicht töten“, so gilt das auch für die Wirtschaftsordnung, die zu Ausgrenzung und Ungleichheit führt: eine solche Wirtschaftsordnung, eine solche Ökonomie tötet.

Vor allem die Finanzmedien verloren vollkommen die Fassung über das Päpstliche Schreiben. Die Schrift „Über die Freude des Evangeliums“ enthält einen Aufruf an alle Finanzexperten und politischen Führer weltweit, eine Finanzreform durchzuführen, die das Gemeinwohl verteidigt und die Tyrannei des Überlebens der Stärkeren ersetzt – eine Ordnung, in der die Mächtigen auf Kosten der Ohnmächtigen leben, in der das Goldene Kalb der Antike wieder angebetet wird und man die Menschen benutzt und wegwirft.

Papst Franziskus greift in einer scharfen Form Ideologien an, die die absolute Herrschaft der Märkte und der Finanzspekulation verteidigen und die das Recht und die Pflicht des Staates, das Gemeinwohl zu beschützen, ablehnen. Er sagt, diese Ideologie habe eine neue Tyrannei geschaffen, die die Tolerierung des Bösen ermöglicht, eines Bösen, das in die Strukturen der Gesellschaft eingedrungen ist und ein andauerndes Potential für Zerstörung und Tod darstellt.

Diese absolute Herrschaft der Märkte und Finanzspekulationen, so Papst Franziskus, muß zurückgewiesen werden. Die Würde eines jeden Menschen und das Gemeinwohl muß jegliche Politik definieren. Und er richtet dann einen dringenden Appell an alle Katholiken – und das sind immerhin weltweit mehr als eine Milliarde Menschen -, mit Gewohnheiten, Regeln und Strukturen zu brechen, die zu einer „Psychologie des Grabes“ wurden, die „Christen zu Mumien in einem Museum verwandelt haben“.

Diese Aussagen sind die Meßlatte, an der die Politik auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene gemessen werden muß. Insbesondere gilt dies für Mandatsträger der Parteien, die ein „C“ im Namen führen, wie z.B. Frau Merkel, die kürzlich den Papst besucht hat, Horst Seehofer und die Mitglieder der neuen Bundesregierung. Konfrontieren Sie Ihre politischen Repräsentanten mit den Aussagen des Apostolischen Schreibens und der Diskrepanz zur gegenwärtigen Politik.

Es folgen Zitate aus „Evangelii Gaudium“ . Der ganze Text findet sich auf [url:“http://www.vatican.va/holy_father/francesco/apost_exhortations/documents/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium_ge.html“]www.vatican.va[/url].

Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung

„…53. Ebenso wie das Gebot „du sollst nicht töten“ eine deutliche Grenze setzt, um den Wert des menschlichen Lebens zu sichern, müssen wir heute ein „Nein zu einer Wirtschaft der Ausschließung und der Disparität der Einkommen“ sagen. Diese Wirtschaft tötet. Es ist unglaublich, dass es kein Aufsehen erregt, wenn ein alter Mann, der gezwungen ist, auf der Straße zu leben, erfriert, während eine Baisse um zwei Punkte in der Börse Schlagzeilen macht. Das ist Ausschließung. Es ist nicht mehr zu tolerieren, dass Nahrungsmittel weggeworfen werden, während es Menschen gibt, die Hunger leiden. Das ist soziale Ungleichheit. Heute spielt sich alles nach den Kriterien der Konkurrenzfähigkeit und nach dem Gesetz des Stärkeren ab, wo der Mächtigere den Schwächeren zunichte macht. Als Folge dieser Situation sehen sich große Massen der Bevölkerung ausgeschlossen und an den Rand gedrängt: ohne Arbeit, ohne Aussichten, ohne Ausweg. Der Mensch an sich wird wie ein Konsumgut betrachtet, das man gebrauchen und dann wegwerfen kann. Wir haben die „Wegwerfkultur“ eingeführt, die sogar gefördert wird. Es geht nicht mehr einfach um das Phänomen der Ausbeutung und der Unterdrückung, sondern um etwas Neues: Mit der Ausschließung ist die Zugehörigkeit zu der Gesellschaft, in der man lebt, an ihrer Wurzel getroffen, denn durch sie befindet man sich nicht in der Unterschicht, am Rande oder gehört zu den Machtlosen, sondern man steht draußen. Die Ausgeschlossenen sind nicht „Ausgebeutete“, sondern Müll, „Abfall“.

Nein zur neuen Vergötterung des Geldes

….55. Einer der Gründe dieser Situation liegt in der Beziehung, die wir zum Geld hergestellt haben, denn friedlich akzeptieren wir seine Vorherrschaft über uns und über unsere Gesellschaften. Die Finanzkrise, die wir durchmachen, lässt uns vergessen, dass an ihrem Ursprung eine tiefe anthropologische Krise steht: die Leugnung des Vorrangs des Menschen! Wir haben neue Götzen geschaffen. Die Anbetung des antiken goldenen Kalbs (vgl. Ex 32,1-35) hat eine neue und erbarmungslose Form gefunden im Fetischismus des Geldes und in der Diktatur einer Wirtschaft ohne Gesicht und ohne ein wirklich menschliches Ziel. Die weltweite Krise, die das Finanzwesen und die Wirtschaft erfasst, macht ihre Unausgeglichenheiten und vor allem den schweren Mangel an einer anthropologischen Orientierung deutlich – ein Mangel, der den Menschen auf nur eines seiner Bedürfnisse reduziert: auf den Konsum.

56. Während die Einkommen einiger weniger exponentiell steigen, sind die der Mehrheit immer weiter entfernt vom Wohlstand dieser glücklichen Minderheit. Dieses Ungleichgewicht geht auf Ideologien zurück, die die absolute Autonomie der Märkte und die Finanzspekulation verteidigen. Darum bestreiten sie das Kontrollrecht der Staaten, die beauftragt sind, über den Schutz des Gemeinwohls zu wachen. Es entsteht eine neue, unsichtbare, manchmal virtuelle Tyrannei, die einseitig und unerbittlich ihre Gesetze und ihre Regeln aufzwingt. Außerdem entfernen die Schulden und ihre Zinsen die Länder von den praktikablen Möglichkeiten ihrer Wirtschaft und die Bürger von ihrer realen Kaufkraft. Zu all dem kommt eine verzweigte Korruption und eine egoistische Steuerhinterziehung hinzu, die weltweite Dimensionen angenommen haben. Die Gier nach Macht und Besitz kennt keine Grenzen. In diesem System, das dazu neigt, alles aufzusaugen, um den Nutzen zu steigern, ist alles Schwache wie die Umwelt wehrlos gegenüber den Interessen des vergötterten Marktes, die zur absoluten Regel werden.

Nein zu einem Geld, das regiert, statt zu dienen

….58. Eine Finanzreform, welche die Ethik nicht ignoriert, würde einen energischen Wechsel der Grundeinstellung der politischen Führungskräfte erfordern, die ich aufrufe, diese Herausforderung mit Entschiedenheit und Weitblick anzunehmen, natürlich ohne die Besonderheit eines jeden Kontextes zu übersehen. Das Geld muss dienen und nicht regieren! Der Papst liebt alle, Reiche und Arme, doch im Namen Christi hat er die Pflicht daran zu erinnern, dass die Reichen den Armen helfen, sie achten und fördern müssen. Ich ermahne euch zur uneigennützigen Solidarität und zu einer Rückkehr von Wirtschaft und Finanzleben zu einer Ethik zugunsten des Menschen. …“

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Ja, in der Tat: Es ist höchste Zeit, eine neue gerechte Weltwirtschaftsordnung zu schaffen und die Zukunft der Menschheit zu sichern. Frieden heißt Entwicklung! Helfen Sie mit! Mehr dazu auf www.bueso.de

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