Weitere arabische Länder könnten dem von Saudi-Arabien und Pakistan unterzeichneten Verteidigungspakt beitreten, erklärte Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif. „Die Türen sind offen“ für solche Entwicklungen, wird er vom Pressedienst PTI zitiert.
Am 17. September unterzeichneten Pakistan und Saudi-Arabien einen „strategischen gegenseitigen Verteidigungspakt“, der besagt, dass jeder Angriff auf eines der beiden Länder als „Aggression gegen beide“ betrachtet wird. Pakistan verfügt über Atomwaffen, was darauf hindeutet, dass Saudi-Arabien nun unter dem pakistanischen Atomschutzschild steht. Die Einbeziehung der pakistanischen atomaren Abschreckung in Südwestasien bedeutet, dass Israel nicht mehr der einzige Atomwaffenstaat in der Region ist.
In einem Interview mit dem Fernsehsender GEONEWS sagte Asif: „Es ist noch zu früh, um über den Beitritt anderer Länder zu diesem Abkommen zu sprechen, die Tür ist noch nicht geschlossen.“ Er fügte hinzu: „Wenn Pakistan oder Saudi-Arabien von irgendwoher angegriffen werden, wird dies als Angriff auf beide Nationen betrachtet, und wir werden gemeinsam reagieren.“ Asif bekräftigte, dass er die Idee einer NATO-ähnlichen Allianz zwischen islamischen Staaten stets unterstützt habe. „Ich denke, es ist ein Grundrecht der Länder und Menschen hier, insbesondere der muslimischen Bevölkerung, ihre Region, ihre Länder und Nationen gemeinsam zu verteidigen.“ Er fügte hinzu, das Abkommen enthalte keine Klausel, die den Beitritt anderer Nationen ausschließe oder Pakistan daran hindere, ein ähnliches Abkommen mit anderen Ländern zu unterzeichnen.
Auf die Frage nach dem Einsatz pakistanischer Atomwaffen im Rahmen des Verteidigungspakts antwortete Asif: „Was wir haben, unsere Fähigkeiten, werden im Rahmen dieses Pakts uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Wenn es zu einer Aggression kommt, sei es gegen Saudi-Arabien oder Pakistan, werden wir uns gemeinsam dagegen verteidigen,“ erklärte er. Auf die Frage, ob die USA zu dem Pakt konsultiert worden seien, antwortete Asif, es gebe „keinen Grund und keine Rechtfertigung“ für die Einbeziehung einer anderen dritten Partei in die Entwicklung. „Dieses Abkommen ist keine hegemoniale Vereinbarung, sondern eine Verteidigungsvereinbarung … Wir haben keine Pläne, Gebiete zu erobern oder jemanden anzugreifen. Aber unser Grundrecht kann uns nicht verweigert werden, und dieses Recht haben wir gestern ausgeübt,“ erklärte Asif. Asif sagte auch, dass der Schutz der islamischen Heiligtümer in Saudi-Arabien eine „heilige Pflicht“ für Pakistan sei.
Quelle:eirna.de