Den Weltraum erschließen: China und Iran gehen voran

02.03.2012
Den Weltraum erschließen: China und Iran gehen voran elke 02.03.2012

Zum allerersten Mal hat der Iran der Presse den Besuch von Raumfahrtanlagen ermöglicht. 50 Journalisten wurden durch das Alborz-Raumfahrtzentrum 40 Meilen westlich von Teheran, einschliesslich des Satellitenkontrollzentrums geführt. Wegen der sog. Mehrfachverwertbarkeit der Raumfahrttechnologien ist das iranische Raumfahrtprogramm ebenso wie sein Nuklearprogramm mit strikten internationalen Sanktionen belegt.


Zum allerersten Mal hat der Iran der Presse den Besuch von Raumfahrtanlagen ermöglicht. 50 Journalisten wurden durch das Alborz-Raumfahrtzentrum 40 Meilen westlich von Teheran, einschliesslich des Satellitenkontrollzentrums geführt. Wegen der sog. Mehrfachverwertbarkeit der Raumfahrttechnologien ist das iranische Raumfahrtprogramm ebenso wie sein Nuklearprogramm mit strikten internationalen Sanktionen belegt.

Im vergangenen Monat hatte der Iran den Navid-Erdsatelliten in seine Umlaufbahn gebracht. Der erste einheimisch produzierte Satellit, Omid (Hoffnung) wurde 2009 eingesetzt. Der Projektdirektor Mojtaba Saradeghi erklärte, daß der Iran aufgrund der Sanktionen selbst die Anlagen entwerfen, entwickeln und herstellen mußte. Gegenwärtig werden neue Generationen von Satelliten und Trägersystemen entwickelt. Der Iran erhält andere Daten von Satelliten, die der internationalen Wissenschaftlergemeinschaft zugänglich gemacht werden. Das Land hat ehrgeizige Pläne für Satelliten und sogar für ein zukünftiges bemanntes Raumfahrtprogram.

Am 1. März sprach der Chefdesigner der chinesischen Shenzhou-Raumschiffs, Qi Faren, bei einer Pressekonferenz über die weiteren Pläne der nächste Shenzhou-9 Mission. Ursprünglich sollte diese Mission unbemannt ausgeführt werden und erneut automatisch am Tiangong-1 Modul in der Erdumlaufbahn andocken. Aber nachdem der erste Versuch viel besser funktioniert habe als erwartet, habe man entschieden, ein bemanntes Andockmanöver vorzuziehen. Die Tests zeigten, daß die Reserven im Modul dazu ausreichten, einen Astronauten sechzig Tage lang zu ernähren und arbeiten zu lassen, bzw. eine Zweiercrew für 30 Tage. An der Shenzhou-9 Mission werden drei Astronauten mitwirken, aber einer wird sich aus Sicherheitsgründen nicht im Tiangong-Modul aufhalten, sondern im Shenzhou-Raumschiff bleiben.

Qi Faren erklärte, es sei nicht angemessen, zu sagen, daß die chinesische Raufahrtindustrie eine Bedrohung für irgend jemanden darstelle. Er fügte jedoch hinzu: „Objektiv betrachtet befinden sich China und die USA jetzt, was die Entwicklung ihrer Raumfahrtindustrie angeht, in einer Konkurrenzsituation.“ Angesichts der zerstörerischen Politik der US-Regierung gegenüber dem eigenen Raumfahrtprogramm ist es nicht schwer, sich vorzustellen, wer diesen Wettlauf gewinnen könnte.

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