Papst Leo XIV. leitete am 11. April im Petersdom in Rom eine weltweite Gebetswache für den Frieden. Er hatte die Veranstaltung am Ostermontag angekündigt. Die Gebetswache stand Katholiken, Christen anderer Konfessionen, Gläubigen aller Glaubensrichtungen und Nichtgläubigen guten Willens offen.
Er wandte sich dabei an die Versammelten mit einer direkten Zurückweisung des Krieges: „Genug der Selbst- und Geldvergötterung! Genug der Machtdemonstrationen! Genug des Krieges! Wahre Stärke zeigt sich im Dienst am Leben.“ Der Papst warnte, dass „sogar der heilige Name Gottes, des Gottes des Lebens, in Diskurse des Todes hineingezogen wird“ – ein deutlicher Verweis auf die theologischen Rechtfertigungen, die für den Krieg der USA und Israels gegen den Iran vorgebracht werden.
Unter Berufung auf den Appell von Johannes Paul II. während des Irakkriegs 2003 – „Nie wieder Krieg“ – erklärte Leo XIV., er mache sich diesen Appell zu eigen. Er beschrieb ein Reich, „in dem es kein Schwert, keine Drohne, keine Rache, keine Verharmlosung des Bösen, keinen ungerechten Profit gibt, sondern nur Würde, Verständnis und Vergebung.“ Er appellierte direkt an die Staats- und Regierungschefs: „Haltet ein! Es ist Zeit für Frieden! Setzt euch an den Tisch des Dialogs und der Vermittlung, nicht an den Tisch, an dem Aufrüstung geplant und tödliche Maßnahmen beschlossen werden!“
Diözesen in mindestens 40 Ländern hatten parallele Feierlichkeiten in ihren Kathedralen organisiert, die live übertragen wurden. In Washington D.C. bezeichnete Kardinal McElroy bei der Gebetswache den Irankrieg als „moralisch illegitim“ und kritisierte die amerikanische Regierung. Er rief die Gläubigen zum Gebet auf und zu einer aktiven Mobilisierung für den Frieden. Er sagte u.a.: „Denn wir befinden uns mitten in einem unmoralischen Krieg. Wir sind nicht aus Notwendigkeit in diesen Krieg eingetreten, sondern aus freier Entscheidung. Wir haben es versäumt, den Weg der Verhandlungen konsequent bis zum Ende zu verfolgen, bevor wir zum Krieg gegriffen haben.“
„Und wir haben uns blind gemacht für die Kettenreaktion globaler Zerstörung, die unsere Angriffe wahrscheinlich auslösen würden – die Ausweitung des Krieges weit über den Iran hinaus, die Störung der Weltwirtschaft und den Verlust von Menschenleben.“ „Jeder dieser politischen Fehler“, so der Kardinal weiter, „ist zugleich ein moralischer Fehler, der nach der katholischen Lehre vom gerechten Krieg sowohl den Beginn als auch jede Fortsetzung dieses Krieges moralisch illegitim macht.“
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