Das für April anberaumte Gipfeltreffen der NATO in Bukarest wird "schwierig" werden, sagt Ria Novosti, das über die Unstimmigkeiten über den Beitritt der Ukraine, Georgiens und Mazedoniens berichtete. Die Kandidaten Ukraine und Georgien seien erst mal auf die Warteliste gesetzt worden, und zwar wegen der Opposition Deutschlands und Frankreichs: "Zwar wird ein NATO-Beitritt dieser Länder massiv von den USA befürwortet, die NATO-Veteranen wie Frankreich und Deutschland beharren jedoch auf der Notwendigkeit, es nicht zu überstürzen, um Moskau nicht noch weiter zu entfremden, wie sich ein deutscher Diplomat ausdrückte." Die Beziehungen seien vor allem durch den ,Fall Kosovo´ und die Streitereien um die neuen Raketenabwehrsysteme in Polen und Tschechien vergiftet. "Ich verhehle nicht meine Skepsis, "sagt der deutsche Aussenminister und Vizekanzler Steinmeier.
Bei dem kürzlichen Besuch von Kanzlerin Angela Merkel hatte Präsident Putin unmißverständlich zu erkennen gegeben, daß eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine und Georgien dramatische Konsequenzen haben würde. Angela Merkel hatte sich bei der Kommandeurstagung der Bundeswehr, die kurz nach ihrem Moskauer Besuch stattfand, gegen den Beitritt der beiden Länder ausgesprochen, da die dortige Bevölkerung diese nicht mittrage, und große interne Probleme zu bewältigen seien. Andere Quellen berichten, dass auch die Benelux-Länder und Spanien die Kandidatur der beiden ehemaligen Sowjetrepubliken ablehnen.
Einige europäische Diplomaten aus den „alten“ NATO-Ländern machen keinen Hehl aus ihrer Überzeugung, dass es ein großer Fehler wäre, jetzt noch weiter auf Distanz zu Moskau zu gehen. Sie halten dies besonders jetzt für falsch, weil der neu gewählte Präsident Dmitri Medwedew in Moskau gerade sein Amt antritt, der in Europa aus irgendeinem Grund im Unterschied zu Putin als „prowestlich“ angesehen wird. Man dürfe die gute Gelegenheit für eine „Wiederbelebung“ der Beziehungen zu Moskau, die sich in den zurückliegenden vier Jahren stark verschlechtert haben, nicht vertun.
Griechenland weigert sich, Mazedonien als Mitglied zu bestätigen, solange die ehemalige Jugoslawische Republik ihren Namen nicht geändert hat. U.S. Außenministerin Condoleezza Rice warnte wegen des starken internen Widerstands in Griechenland davor, dieses "zu politischem Selbstmord" zu treiben, indem es die NATO-Mitgliedschaft Mazedoniens akzeptiert. Die einzigen Kandidaten, um die es also gehen könnte, sind Albanien und Kroatien.
Nichtsdestoweniger ist keine Entwarnung gegeben, denn die britisch gesteuerte Empirefraktion arbeitet mit voller Kraft an der Militarisierung der EU über den Lissabon-Vertrag, mit dem NATO- und EU-Strukturen in Richtung weltweiter imperialer Einsätze verzahnt werden sollen.