Deutschlands größter Stahlproduzent, Thyssenkrupp, teilt mit, dass sein Stahlwerk in Duisburg die Produktion trotz niedriger Wasserstände im Rhein fortsetze. Das Unternehmen verfüge über einige Optionen, darunter vor Ort gelagerte Rohstoffreserven, doch sollte der Schiffsverkehr zum Erliegen kommen, könnte dies zu einer erheblichen Produktionsdrosselung führen. Das Stahlwerk erhält täglich 60.000 Tonnen Eisenerz und Kohle. Dafür sind mindestens sechs der größten Binnenschiffe erforderlich. Der Transport per Bahn würde täglich zwischen 500 und 1.000 Waggons erfordern. Auf der Straße wäre dies unmöglich. Selbst eine teilweise Verlagerung dieser Mengen auf die Straße sei keine realistische Lösung, wird eine Sprecherin zitiert.
Duisburg liegt unterhalb der kritischen Mittelrheinregion und damit näher an Rotterdam und Antwerpen; sollte der Mittelrhein blockiert sein, könnten die Lieferungen die Stadt also weiterhin erreichen.
Stand 13. August fahren oberhalb von Duisburg ausschließlich leere Schiffe, da die Wasserstände unterhalb der Sicherheitsgrenze für Frachtschiffe liegen. Der Chemiekonzern BASF, der zu 40 Prozent auf den Flussverkehr angewiesen ist, hat davor gewarnt, dass eine anhaltende Niedrigwasserphase die Produktion ernsthaft beeinträchtigen könnte. Und dies, obwohl die meisten Binnenschiffe einen sehr geringen Tiefgang aufweisen.