Am 1. September, kurz vor der Ankunft von US Vizepräsident Cheney am Donnerstag, verabschiedete das georgische Parlament eine flammende Resolution, die zu einem "Befreiungskrieg" für Süd-Ossetien und Abchasien von den "russischen Besatzern" aufruft.
Am 28. August bezeichnete das georgische Parlament in einer Resolution die zwei Regionen als "besetzte Gebiete" und die dort stationierten Friedenstruppen als "Besetzer". Die Regierung wurde dazu aufgerufen, die beiden Friedensabkommen per Beschluß zu annullieren. In einer Debatte gab Giorgi Gabaschwili von der Nationalen Partei dieser agressiven Stimmung folgende Worte: "Wir sind entschlossen, diese Besatzer mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft von unserem Teritorium zu vertreiben." Die Resolution nennt die Sicherheitskräfte der beiden Republiken, die sich unabhängig erklärt haben, "kriminelle, bewaffnete Einheiten".
Als Reaktion auf die Resolution unterschrieb der georgische Premierminister Lado Gurgenidze am 29. August einen Beschluss, der auf den 27.8. zurückdatiert war, in dem er die zwei Waffenstillstandsverträge für null und nichtig erklärte. Daher kann man die Möglichkeit nicht ausschliessen, daß georgische Einheiten neuerlich angreifen könnten, vielleicht sogar während oder sofort nach Cheneys Besuch in Georgien.