Wissenschaftler warnen vor Hysterie und Atomausstieg

17.03.2011
Wissenschaftler warnen vor Hysterie und Atomausstieg admin 17.03.2011

In unserem Nachbarland Österreich ist man in Expertenkreisen über die hysterische Atomdebatte in Deutschland besorgt: Prof. Heinz Oberhummer, ehemaliger Hochschullehrer für Theoretische Physik am Atominstitut der TU Wien, sieht viele Parallelen zu fundamentalistisch religiösen Sichtweisen. „Hierzulande kommt es nicht mehr darauf an, was an Wissen vorhanden ist. Im Augenblick ist vor allem entscheidend, was geglaubt wird… die Medien werden derzeit von hysterischen Ferndiagnosen dominiert," stellt er fest. "Eigentlich benötigt die deutschsprachige Menschheit vor allem Nachhilfe in den Grundlagen der Energiegewinnung. Die hiesigen Reaktionen auf die Lage in Japan sind vielfach ziemlich irrational."

In Deutschland griff Dr. Thomas Klinger, Leiter des Fusionsforschungsprojekts Wendelstein-7x in Greifswald, mit einigen konstruktiven Hinweisen in die Debatte ein: Wer jetzt an einen Ausstieg aus der Atomkraft denke, verschließe die Augen gegenüber dem weltweit wachsenden Energiebedarf. „Der weltweite Strombedarf wird im Verlaufe dieses Jahrhunderts etwa auf das Sechsfache ansteigen, die Hälfte davon nach 2050. Das ist eine gewaltige Nachfrage, die auf klimaverträgliche Weise nur durch den massiven  Einsatz völlig neuer Energietechnologien gedeckt werden kann."

Hier sei die Kernfusion von besonderer Bedeutung. Kernfusion wie Kernspaltung seien nukleare Technologien. Die Kernfusion beruhe aber auf einem grundsätzlich anderen physikalischen Vorgang und besitze daher auch völlig andere Eigenschaften, erläuterte Klinger. "Insbesondere gibt es keine Kettenreaktionen und eine Kernschmelze ist unmöglich, ein Unfall mit  katastrophalen Folgen ist aus prinzipiellen physikalischen Gründen  auszuschließen." Klinger weiter: „Mit seinen günstigen Eigenschaften und einem nahezu unerschöpflichen Brennstoffreservoir könnte die Fusion eine der Stützen einer nachhaltigen Energieversorgung werden: Fusionskraftwerke würden vor allem die Grundlast bedienen und ließen sich wie heutige Großkraftwerke in das Verbundsystem der  Stromversorgung einbinden… Wenn die Fusionsforschung konsequent vorangetrieben wird und erfolgreich ist, wird sie entscheidend dazu beitragen können, den steigenden Energiebedarf in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts zu decken."

Um eine Vorstellung zu bekommen, welche Aufgaben vor der Menschheit liegen, sehen Sie hier BüSo-Videos zur [url:“news/kommende-eurasische-welt-teil-2-weltlandbrucke“]Weltlandbrücke[/url] und zur Raumfahrt: [url:“node/“]Vom Mond zum Mars- Die neue Renaissance

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