ZDF: Papst ist mächtig, auch ohne Armee

18.04.2026
ZDF: Papst ist mächtig, auch ohne Armee klaus 18.04.2026

In einem Kommentar des Zweiten Deutschen Fernsehens heißt es: „Der Papst wird gerne belächelt. Was soll der weiße Mann in dem Zwergstaat im Herzen Italiens ausrichten können? Sein Heer, die Schweizergarde, die sich gerne als die kleinste Armee der Welt bezeichnet und in bunten Gewändern an den Eingängen des Vatikans kontrolliert, zählt gerade einmal 130 Mann.

Doch die Macht des Papstes liegt nicht in Divisionen, sondern in seiner moralischen Autorität und einem Einfluss auf die Katholikinnen und Katholiken weltweit, der zwar nicht gemessen werden kann, aber auch nicht unterschätzt werden darf.“

Der Kommentar erinnert an die unbestreitbare Rolle von Papst Johannes Paul II. bei den Umwälzungen in Osteuropa in den 1980er Jahren. Durch sein konsequentes Eingreifen im ehemaligen Ostblock entstand die erste Massenbewegung, die nicht von der Kommunistischen Partei kontrolliert wurde. Dies sei ein Beispiel dafür, welche Macht ein Papst entfalten könne.

Auch in den USA spiele Religion heute eine wichtige Rolle, heißt es weiter: „Laut dem Forschungsinstitut Pew Research Center wählten 55 Prozent der Katholiken Trump bei der letzten Wahl. Im Februar berichtete Pew, dass immer weniger weiße Katholiken überzeugt seien, dass der US-Präsident im Amt ethisch handle. Das war noch vor dem aktuellen Streit.“

„Der Papst hat zwar keine Divisionen. Dafür hat seine Unabhängigkeit einen großen Wert. Er ist selbst Staatsoberhaupt und niemandes Untertan. Er ist nicht von Wahlen abhängig, muss keine Wirtschaftssanktionen fürchten. Einen wunden Punkt gibt es allerdings. Würde Trump Druck auf Kreditkartenunternehmen ausüben und die den Betrieb im Vatikanstaat einstellen, träfe das den Ministaat empfindlich.“

Dies könnte jedoch zu größerer Solidarität unter den Religionsgemeinschaften führen. Zudem kritisierten sogar Trump-Anhänger innerhalb der katholischen Kirche den US-Präsidenten nach dessen Zurechtweisung des Papstes, darunter der konservative katholische Bischof Robert Barron. Er hatte Trump bisher insgesamt unterstützt, forderte ihn jedoch am Montag auf, sich beim Papst zu entschuldigen.

„Die moralische Autorität ist die Stärke des Papstamts. Die speist sich auch aus der politischen Unabhängigkeit. Der Papst fühlt sich der Menschenwürde verpflichtet, einer am Gemeinwohl und einer nachhaltigen Entwicklung orientierten Gesellschaftsordnung, im Kleinen wie global. Stichworte sind Gerechtigkeit und Solidarität.“

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