„Zeit für Mr. Wolfowitz zu gehen“ sagt New York Times

17.04.2007
„Zeit für Mr. Wolfowitz zu gehen“ sagt New York Times admin 17.04.2007

16. April (EIRNS) – Die New York Times fordert den Rücktritt von Paul Wolfowitz vom Amt des Präsidenten der Weltbank und schließt sich damit der Forderung Financial Times von letzter Woche an. Trotz Wolfowitz’ Bitten an die Weltbankmitarbeiter, ihm seinen vorigen Posten nicht vorzuhalten – in dem er als enger Mitarbeiter Dick Cheneys die Planung des Irakkrieges vorantrieb – erklärt die Times:

„Das Thema hier ist nicht sein voriger Job. Mr. Wolfowitz hat in seiner gegenwärtigen Position bereits für genug Aufruhr gesorgt, so daß man sich ernsthafte Fragen über seine Verantwortung stellen kann.“ Die Zeitung verweist auf seine „hochmütige Art, mit der er seine Anti-Korruptions-Agenda verfolgte und, abgesehen von einem engen Kreis von Beratern, die er mitbrachte, auf niemanden Rücksicht nahm“, und fragt: „Was würde Mr. Wolfowitz wohl selbst sagen, würde er entdecken, daß eine Regierung, welche Weltbankdarlehen erhält, ähnliche kleine Arrangements für persönliche Freunde ihres Präsidenten machte? Mr. Wolfowitz wird seine Glaubwürdigkeit keinesfalls wiederherstellen und weiterhin bei der Bank effektiv sein können.“

Das Communique mit der scharfen Zurechtweisung Wolfowitz’, das am 15. April vom „Entwicklungskomitee“ der Weltbank veröffentlicht wurde, beschreibt die Times als „lähmenden Rückschlag“ für Wolfowitz’ erklärte Absicht, nicht zurückzutreten. In bürokratischer Sprache erklärte das Aufsichtgremium, die derzeitige Lage sei "für alle hier besorgniserregend“, und man müsse „sicherstellen… daß die Bank ihrer Aufgabe effektiv nachkommen und ihre Glaubwürdigkeit und ihren Ruf, sowie die Motivation ihrer Mitarbeiter erhalten kann.“

Trotz der indirekten und gedämpften Sprache des Berichtes enthalte sie eine klare Botschaft, sagten Mitarbeiter gegenüber der Times. „Worte wie ‚besorgt’, ‚Glaubwürdigkeit’ und ‚Ruf’ sind in einem Communique der Weltbank so ziemlich nie dagewesen“, sagte ein Beamter, der am Entwurf des Berichtes mitgearbeitet hat.

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