"Die Zentralbankiers haben beschlossen, das System zusammenbrechen zu lassen", sagte Lyndon LaRouche dieser Tage. „So wie es jetzt steht, sagt man einfach: ‚Soll es doch krachen‘. Wenn in der Zwischenzeit nichts passiert, dann wird das wahrscheinlich auch geschehen. Das wird schrecklich sein."
Während der Offenmarktausschuß (Open Market Committee) sich heute auf eine Sitzung vorbereitet, sagte ein Finanzanalyst in der City of London heute EIR und der BüSo, habe es nach den Desastern mit den Bear Sterns-Hedgefonds „keine Greenspan-ähnliche Rettungsaktion von den Zentralbanken der Welt" gegeben, und seiner Meinung nach werde es auch keine geben. Wie dieser Experte es sieht, deuten die jüngsten Äußerungen des Chefs der Europäischen Zentralbank Trichet darauf hin, daß es „an der Zeit sei", daß dieses Platzen der riesigen Kreditblase stattfindet, und daß die Zentralbanken nichts unternehmen werden, um dies zu verhindern. Alan Greenspan hätte in der Vergangenheit interveniert, aber Bernanke, der neue Chef der US-Notenbank, werde das heute nicht tun.
Die Zentralbankiers sagen unserer Quelle zufolge: "Laßt es geschehen, dann müssen die wilderen Investoren eben ihre Verluste einstecken. Es wird viel Schaden und viele Opfer geben, aber was Bear Stearns und Konsorten betrifft, wen interessiert es, wenn sie 25% oder mehr ihres Kapitals verlieren? Da ist sowieso alles viel zu hoch bewertet." Aber es gebe erhebliche systemische Risiken, insbesondere wo die Kontrolle der Realwirtschaft durch private Beteiligungsgesellschaften und die Bedrohung von Rentenfonds und ähnliches betroffen sind. Aber viele seien der Ansicht, daß das System „diesen ganzen Kram loswerden" muss, bevor es wieder vernünftig funktionieren kann.
Ganz ähnlich argumentiert auch der Leitartikel des Sprachrohrs der Londoner City, The Economist, der den Titel trägt: „Ein guter Zeitpunkt für eine Geldverknappung". Der Autor schreibt: „Knappere Kreditbedingungen sind genau das, was die Märkte brauchen." Unabhängig von den Äußerungen von Bankiers und Investoren bedeute „der jüngste Ausverkauf in den Finanzmärkten gute Nachrichten… Es könnte endliche einige Leute wieder zur Vernunft gebracht haben." Obwohl der vollkommen überhitzte US-Immobilienmarkt nicht gerettet werden könne, schreibt der Economist, könne der Übernahmewahn vielleicht durch die Geldknappheit unter Kontrolle gebracht werden. Aber „die große Frage ist jetzt, wie schwerwiegend die Folgen sein werden. Die Kreditmärkte sind in jedem Fall schwer betroffen." Obwohl der Economist phantasiert, daß die größeren Investoren überleben könnten, warnt er doch, daß „das größte Risiko für die Weltwirtschaft wahrscheinlich der überschuldete amerikanische Verbraucher ist." Und wenn die Geldverknappung weitere Markteinbrüche verursache, dann werde es sehr ernste Probleme geben. „Die Sorge kommt von den bekannten Quellen, den Banken. Sie werden Probleme and verschiedenen Fronten bekommen, und sie sind es, die eine gesunde Verknappung in einen üblen Krach verwandeln könnten." Aber im wesentlichen unterstützt der Economist einen solchen Krach, wie dies auch die Financial Times vom 7. August tut.