Die folgenden Fakten sind indikativ für den jahrelangen Abbau und die Zerstörung dessen, was man als "Biologische Verteidigungsinfrastruktur" der USA bezeichnen kann, womit für die Ausbreitung von Pandemien geradezu der Boden bereitet wird. Die geplanten drastischen Kürzungen der Obama-Regierung würden diesen Weg noch beschleunigen.
Wie es in Deutschland nach jahrzehntelangen "Gesundheitsreformen" aussieht, nachdem im großen Stil systematisch Krankenhausbetten, Pflegekräfte und Ärztepersonal "eingespart" wurden, kann man sich ausmalen – und erfährt es selbst im Wartezimmer oder der Klinik. Die abwiegelnde Haltung der Bundesgesundheitsministerin bezüglich der Schweinegrippe trägt da nicht gerade zur Beruhigung bei.
(Die folgenden Angaben stammen aus einem Bericht der amerikanischen Gesundheits- und Agrarjournalistin Marcia Merry Baker ([email:“marciabaker@larouchepub.com“]marciabaker@larouchepub.com[/email]).
* Bio-wissenschaftliche Kontrolle, Forschung und Entwicklung in den USA
Im Februar berichtete die Vereinigung öffentlicher Gesundheitslabore der USA, daß 80% der von ihnen beobachteten Labore ihren Betrieb seit Januar 2008 eingeschränkt haben, weil die nötigen Gelder gekürzt wurden. Die Anzahl der staatlichen Laborbeschäftigten, also von Epidemiologen, Technikern und Assistenten aller Art, wird immer weiter reduziert. Es gibt keine Anstrengungen in der Regierung, ein virologisches Crashprogramm in Forschung und Entwicklung auf die beine zu stellen.
* Staatliche und lokale Katastrophenprogramme zur Vorbereitung auf z.B. Grippe-Epidemien sind seit 2005 um bis zu 25% gekürzt worden, und das trotz des vielen Geredes darüber, daß man auf Pandemien vorbereitet sei, wie es seit dem Ausbruch der Vogel-Grippe im Jahr 2005 zu hören war. (Quelle: Robert Petronk, Direktor der Staatlichen Vereinigung von städtischen und Kreisgesundheitsbeamten, 27. April 2009)
Elf Bundesstaaten und Washington, D.C. haben im Fiskaljahr 2008 die Ausgaben für öffentliche Gesundheitseinrichtungen gekürzt. In Kalifornien wurde jetzt aktuell das Budget des Gesundheitsministeriums bereits um 10% gekürzt und weitere Kürzungen stehen bevor. Und durch das sogenannte "Amerikanische Aufschwungs- und Reinvestitionsgesetz" hat die Obama Regierung 700 Milliarden Dollar aus dem ursprünglichen Plan für öffentliche Gesundheitsausgaben gestrichen.
* Die USA verloren 2008 über 12.000 Arbeitskräfte im Gesundheitsbereich – die Verlustrate setzt sich in diesem Jahr ungebremst fort. Die Basis war aber bereits vorher geschrumpft. Im Jahr 2000 arbeiteten 448.000 Menschen im öffentlichen Gesundheitssektor, 50.000 weniger als 1980. 1980 gab es 220 Arbeitskräfte im Gesundheitswesen je 100.000 Einwohner; im Jahr 2000 betrug dieses Verhältnis noch 158 je 100.000 Einwohner. Heute ist es noch schlimmer.
Einem Bericht der Vereinigung öffentlicher Gesundheitsschulen mit dem Titel "Die Krise der Arbeitskräfte im öffentlichen Gesundheitswesen" vom Dezember 2008 zufolge, sind viele der noch tätigen Arbeitskräfte bereits im Rentenalter.
Der Direktor der Vereinigung staatlicher Gesundheitsbeamter, Dr. Paul Jarris, sagte dem Kongreß am 28. April: "Wir haben keine Arbeitskräfte, die vorbereitet sind und im Notfall einspringen können." Stattdessen würden die jetzt aktiven alles übernehmen müssen, sollte es zu Notfällen kommen. Eben diese Arbeitskräfte würden jedoch ständig reduziert. "Wir haben nicht einmal mehr den Stand von vor zwei Jahren. Inzwischen sind wir an einem kritischen Punkt angelangt, was den Arbeitskräftemangel betrifft."
Am 20. Mai 2009 bat Dr. Jarris erneut dringend um Hilfe, ebenso wie Gesundheitsbeamte aus Missouri, Ohio und New York. Alle machten deutlich, daß ihnen die Arbeitskräfte fehlten, um eine kommende Pandemie handhaben zu können. "Das Unbekannte kommt in diesem Herbst auf uns zu", sagte der Gesundheitskommissar für Cuyahoga County, Terry Allan, unter Verweis auf die nächste Grippewelle. "Wir wissen, was zu tun ist, aber wir haben einfach nicht die Arbeitskraft, um es lange durchzuhalten." Die zur Verfügung stehenden Ressourcen sind einfach zu knapp.
* Die Geschwindigkeit, mit der Krankenhäuser und andere Einrichtungen geschlossen werden hat inzwischen selbst die Ebene eines öffentlichen Gesundheitsnotstandes erreicht. Die Zahl der kommunalen Krankenhäuser in den USA ist von 5904 im Jahre 1980 auf 5099 im Jahr 1999 gesunken. Heute sind es noch 4897. Während es in den 70’er Jahren noch 4,5 Betten je 1000 Einwohnern gab, sind es heute noch gerade 2,7. Die Situation in New Jersey ist beispielhaft: im Februar wurde dort ein Bericht der Krankenhausvereinigung veröffentlicht. Darin werden die Resultate einer zweimonatigen Studie präsentiert, die sich mit Notfallkrankenhäusern befaßte. 37 von 74 Krankenhäusern mit Akutbetten in New Jersey, die sich an der Studie beteiligten, mußten 27% drastische Kürzungen bei Personal und Service vornehmen, weil ihre verfügbaren Geldreserven dramatisch zurückgegangen waren. Auch bei Kliniken, die mit den Krankenhäusern zusammenarbeiten, werden Einsparungen vorgenommen. Landesweit gibt es im Zeitraum 1992 bis 2003 15% weniger Notfallstationen, während im gleichen Zeitraum Millionen von Menschen mehr versorgt werden mußten.
In Hunderten Landkreisen herrscht ernsthafter Mangel an Ärzten, Krankenschwestern und technischer Ausstattung. Die Markenzeichen moderner Gesundheitsversorgung – nuklearmedizinische und radiologische Einrichtungen etc. – verschwinden zunehmend; 2008 sank die Zahl von Mammographien um 16% in Vergleich zum Jahr 2000.