Die strategische Lage ist zum Bersten angespannt, existentielle Gefahr für die Existenz der Menschheit und Hoffnung auf eine sehr viel bessere Zukunft liegen unentschieden im Widerstreit. Auf der einen Seite die Kriegsfraktion, die in ihrem Bestreben, ein Weltreich zu konsolidieren, an vielen Krisenherden der Welt zündelt, auf der anderen Seite Kreise, die aktiv versuchen, den Krieg zu vermeiden, wie der ehemalige US-Verteidigungsminister Gates mit seinen Memoiren – und jenseits von beiden auf einer viel höheren Ebene die Vision einer neuen Epoche der Menschheit, die absolut in Reichweite liegt.
[pretitle]Kann Deutschland mit China wieder zum Land der Dichter und Denker werden?[/pretitle]
Die Zukunft Deutschlands und Chinas liegt in der gemeinsamen Raumfahrt!
Von Helga Zepp-LaRouche
Die strategische Lage ist zum Bersten angespannt, existentielle Gefahr für die Existenz der Menschheit und Hoffnung auf eine sehr viel bessere Zukunft liegen unentschieden im Widerstreit. Auf der einen Seite die Kriegsfraktion, die in ihrem Bestreben, ein Weltreich zu konsolidieren, an vielen Krisenherden der Welt zündelt, auf der anderen Seite Kreise, die aktiv versuchen, den Krieg zu vermeiden, wie der ehemalige US-Verteidigungsminister Gates mit seinen Memoiren – und jenseits von beiden auf einer viel höheren Ebene die Vision einer neuen Epoche der Menschheit, die absolut in Reichweite liegt.
Wenn man das Schachbrett von 1914, auf dem die Schüsse von Sarajewo den Ersten Weltkrieg auslösten, mit der Lage auf unserem Planeten heute vergleicht, ist offensichtlich, um wieviel gefährlicher die Lage heute ist. Da ist einmal Südwestasien, wo die Gesamtregion von Pakistan, Afghanistan, Teilen Zentralasiens bis Nahost und Nord- bis Zentralafrika durch terroristische Gruppen destabilisiert ist, die zum großen Teil durch Drogengelder finanziert werden. Der russische FSB soll im Besitz von Beweisen sein, daß es bei den jüngsten Anschlägen in Wolgograd ebenso eine saudische Hand gegeben haben soll wie bei der Unterstützung der Al-Nusra- und Al-Kaida- Gruppen in Syrien, ebenso wie die saudischen Wahhabiten entscheidend waren beim Versuch, einen Gottesstaat in Falludscha im Irak zu errichten.
Trotz signifikanter Fortschritte bei den P5+1-Gesprächen bezüglich des Iran und den Genf-2-Gesprächen in Bezug auf Syrien dank der friedensstiftenden Bemühungen der Außenminister Lawrow, Kerry und des Vatikan geben wiederholte Störungen dieser Verhandlungen Anlaß zur höchsten Sorge. Die Rolle der Netanjahu-Regierung stellt sowohl in Hinsicht der fortgesetzten Siedlungspolitik wie in ihrer Ablehnung einer diplomatischen Lösung zwischen dem Iran und den USA eines der größten Gefahrenmomente dar. Kurz: die Lage in Südwestasien ist heute durch die bestehenden Allianzen der Kampfplatz für den möglichen Auslöser eines globalen Krieges.
Ein nicht minder gefährlicher Schauplatz strategischer Spannungen ist der Pazifik, sowohl wegen der Einkreisungsstrategie gegenüber China durch die amerikanische Air-Sea-Battle-Doktrin als auch die gefährlich eskalierenden Spannungen zwischen Japan und China. Auch hier lauert das Potential der Katastrophe durch Provokationen oder versehentliche Eskalationen. Die Lage in Nordkorea ist undurchsichtiger als je zuvor und wird von einigen Analysten als die gefährlichste überhaupt eingestuft.
Als besorgniserregende Vorkriegsatmosphäre muß unbedingt die Dämonisierung Putins und Chinas eingestuft werden. Anstatt der Tatsache Rechnung zu tragen, daß es Putin zu verdanken ist, daß die Lage um Syrien nicht zum Auslöser für den Dritten Weltkrieg wurde, zeigen nicht wenige Medien mehr Verständnis für die Terroristen von Wolgograd und für die Propaganda der von George Soros finanzierten Aktivisten, als zu begreifen, daß die selben Terror- und Drogennetzwerke auch den Westen bedrohen.
Und welche Verhältnisse herrschen bei der sogenannten westlichen Allianz? Unter den gegenwärtigen Umständen sind wir in doppelter Hinsicht Vasallen des Empires: Obama hat in seiner mit großen Erwartungen verbundenen Rede zu den versprochenen NSA-Reformen klargestellt, daß „Ausländer“ – also wir alle – auch weiterhin total ausspioniert werden; Staatschefs ausgenommen (wer’s denn glaubt) werden auch Regierungen weiterhin überwacht und über das Abschöpfen internationaler Internetverbindungen und das Untergraben von Verschlüsselungsstandards verlor er kein Wort.
Praktisch heißt dies, daß auch weiterhin alle durch die NSA und den britischen GCHQ abgeschöpften Daten uneingeschränkt mit den sogenannten Five Eyes, also USA, Großbritannien, Kanada, Australien, und Neuseeland, sowie zusätzlich Israel geteilt werden. Und schützt die EU, die sich immer mehr zum Superstaat entwickelt, etwa die Bürger durch eine EU-Datenschutzverordnung? Weit gefehlt. Auch innerhalb der EU sind die Bürger Untertanen, die Brüsseler Bürokratie versteht sich als abgehobene Machtelite, für deren Charakterisierung der Begriff „Demokratiedefizit“ der Euphemismus des Jahrhunderts ist.
Der Sohn des früheren Chefs der Paneuropa-Union Otto von Habsburg, Karl von Habsburg, brachte es in seinem jüngsten Interview gegenüber dem Guardian auf den Punkt: Er sei sehr froh, daß die EU sich so entwickelt habe, wie sein Vater es sich vorgestellt hat. „Die EU ist die Fortsetzung der alten Idee eines supranationalen Imperiums mit anderen Mitteln. Das ist es, was Otto von Habsburg in Europa sah und was er wollte. Die Umstände haben sich geändert, das stimmt schon, aber wir arbeiten an der Idee einer supranationalen legalen Struktur und dem Prinzip der Subsidiarität.“
Die Realität der EU entspricht allerdings genau den Vorstellungen von Habsburgs „Europa der Regionen“: vollkommener Verlust der Souveränität nationaler Staaten – die im Krisenfall die einzige Institution sind, die das Gemeinwohl schützen können – an eine supranationale korporativistische Bürokratie, die über relativ machtlose Regionen herrscht. Das entspricht exakt den Vorstellungen von Giuliano Amato, einem der Autoren des Lissaboner Vertrages, der seinerzeit vom Mittelalter und von Feudalstrukturen als Vision für Europa schwärmte. Es ist das Europa, das wir heute erleben: ganze Regionen sterben aus, der Lebensstandard sinkt dramatisch, die Sterberate für Südeuropäer und Arme generell steigt, ganze Generationen haben keine Zukunft.
Die gute Nachricht ist die, daß es zur gegenwärtigen Dynamik in der transatlantischen Region eine Alternative gibt. Mit der ersten weichen Mondlandung seit der russischen Mission Luna 24 vor fast vierzig Jahren (1976), der Landung der chinesischen Weltraumsonde Chang’e (Mondgöttin) nämlich am 14. Dezember und dem Einsatz des Rovers Yutu (Jadehase) nur Stunden später, ist ein neues, optimistischeres Kapitel der Menschheitsgeschichte aufgeschlagen. Denn die chinesische Mondmission ist nicht als isoliertes Ereignis konzipiert, sondern Sprungbrett für ein langfristig angelegtes Raumfahrtprogramm, mit dem China seinem erklärten Ziel, zur führenden Weltraumnation zu werden, einen gewaltigen Schritt näher gekommen ist. Zu dieser Perspektive gehört es, die reichen Helium-3-Vorkommen auf dem Mond als Ressource für eine künftige industrielle Revolution auf der Basis der Kernfusion zu nutzen. Wissenschaftler sind sich einig, daß mit den Helium-3-Vorkommen auf dem Mond die Energiesicherheit der ganzen Menschheit für 10.000 Jahre gesichert werden kann.
Die Mondlandung bedeutet nicht nur für China einen qualitativen Durchbruch, denn es handelte sich dabei keineswegs um eine bloße Wiederholung der amerikanischen und russischen Programme von vor 40 Jahren. Es war das erste Mal, daß zusammen mit der ersten Landung ein Rover eingesetzt wurde, der seitdem genaue Daten über die Gesteinszusammensetzung bis in eine Tiefe von 30 Metern und gröbere Daten sogar bis in eine Tiefe von mehreren hundert Metern auf die Erde übermittelt. China ist also keineswegs das jüngere Kind, das die Kleider der älteren Geschwister auftragen muß. Es ist dabei, die anderen Mächte, die z.Zt. in ihrer grünen Negativwachstums-Ideologie gefangen sind, zu überflügeln, eine Perspektive, die auch an anderen Beispielen evident wird. So soll die Volksbefreiungsarmee am 9. Januar eine experimentelle Hyperschall-Rakete, die eine Geschwindigkeit von Mach 5 erreicht haben soll, mit der Bezeichnung Wu-14 getestet haben. Beijing hatte schon im Mai 2012 den weltweit größten Windkanal in Betrieb genommen, der die Simulation von Flugbedingungen zwischen Mach 5 und 9 erlaubt.
Die gute Nachricht ist, daß die ESA einen essentiellen Anteil an der chinesischen Mondlandung hatte, die sie mit dem Netz der ESA-Bodenstationen unterstützte. Die 15-Meter-Antenne der ESA-Station in Kourou in Französisch-Guayana unterstützte die Telekommunikation und fungierte als Schnittstelle zur chinesischen Kontrollstation. Alle Bewegungen werden von der Steuerungszentrale des ESA-Bodenstationsnetzes ESTRACK im Europäischen Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt kontrolliert. Während der gesamten Mission befindet sich ein chinesisches Ingenieurteam in Darmstadt.
Anstatt also in der imperialen EU zum Zahlmeister für ganz Europa zu werden – für Schulden, die ohnehin aufgrund der Derivatstruktur der Kasinowirtschaft niemals bezahlt werden können – und dabei die Sparpolitik der Troika zu unterstützen, die Deutschland in allen betroffenen Ländern verhaßt macht und Vergleiche mit den Nazis heraufbeschwört, und anstatt in einer imperialen Dynamik zu bleiben, die nur auf einen Dritten, diesmal thermonuklearen Weltkrieg hinauslaufen kann, warum verbünden wir uns nicht mit den Ländern Asiens, die eine auf die Zukunft orientierte Politik des wissenschaftlichen Fortschritts verfolgen?
Wir brauchen einen vollkommenen Paradigmawandel, der mit den Axiomen der gegenwärtigen transatlantischen Politik bricht, die nur an der Profitmaximierung und den geopolitischen Machtspielen der oligarchischen Finanzelite orientiert ist, und die mit der Existenz der menschlichen Gattung russisches Roulette spielt. Wir müssen die Politik auf eine völlig andere Grundlage stellen, eine Grundlage, auf der die menschliche Kreativität und die Fähigkeit, immer wieder neue Gesetze des Universums zu entdecken und für die menschliche Gattung zu nutzen, die Basis von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wird.
Viele der wissenschaftlichen Durchbrüche, die die Basis der heutigen Avantgarde der Wissenschaft sind, wurden in Deutschland entwickelt; Albert Einstein, Max Planck, Otto Hahn, Krafft Ehricke, Wernher von Braun, um nur einige von vielen zu erwähnen, kommen aus der humanistischen Wissenschaftstradition des 19. Jahrhunderts von Wilhelm und Alexander von Humboldt u.v.a. mehr. Es ist allerhöchste Zeit, daß Deutschland zu seiner wahren prometheischen Identität des Volkes der Dichter, Denker und Erfinder zurückfindet und sich von der oligarchischen, grünen Kontrolle der EU und des anglo-amerikanischen Imperiums befreit. Es gibt keinen einzigen objektiven Grund, warum wir nicht wieder das Volk der Dichter, Denker und Erfinder werden können. Aber wir brauchen Sie, als aktiven Mitstreiter für die prometheische Alternative!