Mit jeder neuen Enthüllung über die taumenlnde britische Wirtschaft werden die Aussichten für den britischen Premierminister Gordon Brown düsterer. Das Pfund, das in den letzten drei Monaten über 2$ empor geschnellt war, erlebte in dieser Woche den größten Fall der letzten fünf Wochen. Es steht jetzt bei 1,98$ und befindet sich auf einem Rekordtief gegenüber dem Euro. Die Bank von England hat zum ersten Mal in zwei Jahren einstimmig entschieden, die Zinsraten zu senken, und die nächsten Zinssenkungen werden sogar noch größer ausfallen.
Die Politik Londons, die Weltfinanzströme anzuziehen, zeigt jetzt ihre Kehrseite. Die Leistungsbilanz Großbritanniens ist die schlechteste aller G7-Länder; das Defizit beträgt 5,7% des britischen Bruttoinlandproduktes. Dazu trägt vor allem bei, daß die Einnahmen der ausländischen Direktinvestionen in Großbritannien stark gestiegen sind.
Nach Angaben des größten britsichen Hyothekenvergebers Halifax ist die Anzahl derer, die zum ersten Mal ein Haus kaufen, auf dem niedrigsten Stand seit 27 Jahren. Die Preise sind für neue Käufer zu hoch, und nur 300.000 Familen konnten es sich leisten, ein Haus zu kaufen – das sind 5% weniger als 2006 und 44% weniger als 2002. Halifax berichtet, Erstkäufer könnten es sich in 96% der britschen Städte nicht leisten, ein „herkömmliches“ Haus zu kaufen. Sogar die billigsten Häuser, die Rohhäuser, wären für Neukäufer in 70% der Städte zu teuer. In vielen Gebieten sind die Preise zehn mal so hoch wie ein normales Jahreseinkommen. Es gibt nur drei Gebiete, inklusive der Shetland-Inseln, wo der Preis nur 3,5 mal so hoch wie das Jahreseinkommen ist.
Die große Inflationsblase, im sich im letzten Jahrzehnt unter der Aufsicht des damaligen Schatzamtsministers Brown entwickelt hatte, implodiert jetzt. Wird der Zusammenbruch des Pfund Sterling auch Premierminister Brown untergehen lassen?