Nachdem der erste Versuch, den britischen Banken aus der Patsche zu helfen, fehlgeschlagen ist, macht die Regierung nun einen zweiten Versuch, der auch nicht besser ist als der erste. Der neueste Plan des britischen Finanzministers Alistair Darling ist nicht anderes als ein „Blanko-Scheck“ für die Banken, schreibt selbst der Daily Telegraph vom 20. Januar. Es scheint so, als ob letztendlich die britische Regierung das ganze Bankensystem aufkaufen will. genau wie bisher wird das ganze damit verkauft, man wolle „die Banken wieder zum Kreditvergeben locken“.
Der sog. Plan beinhaltet ein „Versicherungsschema“, bei dem die Banken eine Pauschalgebühr zahlen und die Regierung im Falle von Zahlungseinstellung 90% der Verluste abdecken wird. Die Banken halten ca. 120 Milliarden Pfund an Papieren, die wahrscheinlich nichts wert sind. Andere Maßnahmen, von denen der Daily Telegraph spricht, sind noch nicht bekannt, da die Regierung noch eine Erklärung dazu abgeben muss.
Außedem hob die Regierung das Verbot für Leerverkäufe von Bankaktien wieder auf. Das Resultat: ein weiteres Blutbad auf dem Aktienmarkt für die britischen Banken, wobei die Royal Bank of Scotland (RBS) 65% verlor, Lloyds HBOS 33% und Barclays einen Verlust von 25% hatte. Laut Presseberichten wird nun erwogen, die RBS mit ihren 40 Mrd. $ Jahresverlust jetzt ganz zu verstaatlichen. (Nebenbei sei daran erinnert, daß laut den damaligen Presseberichten sich die Royal Bank of Scotland sich Ende letzten Jahres besonders stark gegen einen Überbrückungskredit für den deutschen Unternehmer Adolf Merckle gewehrt hatte).
Die Europäische Kommission prophezeit außerdem, daß die britische Wirtschaft dieses Jahr um 2,8% schrumpfen wird. Auch die Talfahrt des Pfundes setzt sich fort. Es könnte rasch auf 1,30 zum Dollar fallen. Der ehemalige Soros-Partner Jim Rogers sagte gegenüber Bloomberg: "Ich würde Ihnen anraten, jeden Sterling, den Sie haben, zu verkaufen.“