Jetzt kommt die Hyperinflation!
23. November 2012 •

Von Lyndon LaRouche

Die neue, sehr ernste Gefahr, die jetzt der transatlantischen Region droht, nachdem der Präsidentschaftswahlkampf in den USA vorüber ist, ist die akute Gefahr einer Hyperinflation, sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in der Eurozone West- und Mitteleuropas. Sowohl in den USA unter der Demokratischen und der Republikanischen Partei als auch in Europa unter der derzeitigen Politik besteht die Aussicht auf Austeritätsmaßnahmen, die ihrer Natur nach keine andere Folge haben können als eine immer schneller in die Höhe schießende Hyperinflation.

Der wesentliche Faktor, der in dieser Hinsicht in diesem Moment zu bedenken ist, ist die fehlgeleitete Tradition hinter der typischen, illusorischen Annahme von Monetaristen in der Art der „Goldfanatiker“, die Inflationsfrage ließe sich in reinen Geldbegriffen definieren. So besteht etwa unter den Bedingungen, wie sie derzeit im nördlichen Teil der transatlantischen Region offensichtlich herrschen, für Nordamerika sowie West- und Mitteleuropa die akute Gefahr einer neuen, allgemeinen Welle der Hyperinflation ähnlich wie in der Weimarer Republik, was wegen der enorm bedeutsamen Folgen für die ganze Welt die größte Gefahr bildet.

Nach den jüngsten nationalen Wahlen in den Vereinigten Staaten ist diese spezifische Form der Hyperinflation, die jetzt in den beiden genannten transatlantischen Sektoren angestoßen wird, tendenziell die Hauptursache einer unmittelbar möglichen, allgemeinen Zusammenbruchskrise.

Im wesentlichen sind für den beispielhaften Fall der US-Wirtschaft, aber auch für alle Volkswirtschaften der nördlichen transatlantischen Region, drei Korrekturmaßnahmen notwendig:

    1. Sofortige umfassende Einführung und Anwendung einer präzisen Neuauflage der Glass-Steagall-Maßnahmen Franklin D. Roosevelts.

    2. Ein Programm für realwirtschaftliche Erholung auf der Grundlage der Schaffung eines Systems staatlicher Kreditschöpfung.

    3. Die Einleitung langfristiger realer Investitionen in ein realwirtschaftlich produktives Infrastrukturnetz, um hohe Zuwachsraten der grundlegenden Infrastruktur der Wirtschaft zu bewirken; typisch dafür ist der Start des Wasser- und Stromerzeugungsprogramms NAWAPA in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko.

Derartige Maßnahmen wie die Kombination dieser drei werden tendenziell höchst wohltätige Folgen für die Menschheit haben, sowohl pro Kopf als auch pro Flächeneinheit der Entwicklung.

Wesentliche Faktoren

Wenn man die Kombination von Entwicklungsfaktoren für eine weltweite Rückkehr zu einem Wachstum der Realwirtschaft und Nettoproduktivität pro Kopf und pro Quadratkilometer abstecken möchte, ist die Steigerung der Energieflußdichte wesentlich. Dazu gehört immer wichtiger der Einsatz von Kraftquellen und Industrieanlagen mit einer äußerst hohen Energieflußdichte. Zu berücksichtigen ist dabei auch der wachsende Bedarf an Abwehrmaßnahmen gegen tödliche Gefahren für die Erde durch Asteroiden und Kometen. Der Erfolg der Marslandung der Innovation Curiosity ist als Beitrag zur Deckung dieses wachsenden Bedarfs an Schutz des menschlichen Lebens auf der Erde zu betrachten; solche Maßnahmen sind auch notwendig wegen des großen Potentials, das solche Schutzprogramme für die Erde liefern sollen.

Die Hauptsache ist der Effekt

Derzeit wird häufig nur Wert auf billige Arbeitskraft gelegt, statt auf von Wissenschaft angetriebenen Fortschritt und dessen Nutzung für die menschliche Produktivität pro Kopf und pro Quadratkilometer der Erdoberfläche; wir müssen das erstere aufgeben und das letztere erneuern - weithin und nachdrücklich. Das typische, notwendige Nettoresultat ist eine beschleunigte Zunahme der Energieflußdichte pro Kopf und pro Flächeneinheit.

Diese Forderung ist in keiner Weise weit hergeholt oder ungewöhnlich. Die Besonderheit des menschlichen Geistes im Unterschied zu den Tieren oder zu versklavten Menschen ist, daß die Menschheit die einzige Gattung ist, die eine ihr innewohnende Fähigkeit zur bewußten Weiterentwicklung oder auch nur zum Schutz der menschlichen Bevölkerung beweist. Ein fortgesetztes Nullwachstum wäre letztendlich der Tod unserer Gattung.

Soweit es realen Fortschritt in und zwischen den Nationen gegeben hat, ist es im allgemeinen die durch Wissenschaft vorangetriebene Steigerung der inneren produktiven Kräfte der Gesellschaft pro Kopf und pro Quadratkilometer, die uns den benötigten, groben Maßstab des Erfolgs und der gewünschten Orientierung liefert. Das bedeutet - wenn unsere Gesellschaft rational handelt -, daß im Laufe der kommenden Generation Orte wie die Erde, ihr Mond und der Mars von der Realisierung des Potentials der Kernfusion geprägt sein werden.

Inwieweit die Menschheit zeitweiliger oder dauerhafter Bewohner des Mars sein wird, ist zwar vorläufig noch nicht abzusehen, Tatsache ist aber, daß eine effektive Kommunikation mit Lichtgeschwindigkeit in den näheren Regionen des Sonnensystems uns hier auf der Erde die Möglichkeit verschafft, Vorgänge beispielsweise in Regionen des Sonnensystems über den Mars hinaus und bis zur Venusbahn zunehmend unter unsere Kontrolle zu bringen. Dieser besondere Aspekt des erforderlichen Fortschritts wird in den kommenden Jahrzehnten des Jahrhunderts immer wichtiger für die Abwehr der Gefahren für das menschliche Leben und seinen Fortbestand durch Asteroiden und Kometen werden.

So wie in der Vergangenheit manchmal Krieg der Motor wissenschaftlich-technischen Fortschritts war, so muß man erkennen - natürlich ohne in Panik zu verfallen -, daß die Verteidigung der Region zwischen Mars und Venus und darüber hinaus ein praktischer Maßstab dafür ist, welche Raten des wissenschaftlich-technischen Fortschritts die Menschheit in den kommenden aufeinanderfolgenden Generationen im Rest dieses Jahrhunderts erreichen muß: Blickt auf zu den Sternen, wie damals die bedeutendsten Astronauten der Welt vor und während Programmen wie NASA (Apollo) ebenso warnend wie zuversichtlich sagten.

In diesem Augenblick ist es allein schon für den Fortbestand der Menschheit notwendig, daß wir in die hier von mir zusammengefaßte Richtung denken.

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