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Afrika wehrt sich gegen die Dekarbonisierung

12. November 2019 – Bei der jährlichen „Africa Oil Week“ – Afrikas größter Veranstaltung für Öl und Gas – kamen vergangene Woche in der südafrikanischen Hauptstadt Kapstadt so viele Teilnehmer zusammen wie noch nie: 23 Kabinettsminister und 1.839 Delegierte. Minister verschiedener Länder stellten Pläne für die Ausweitung von Erkundung, Transport und Verarbeitung von Öl und Gas vor, wofür sie um Investitionen warben.

Aktivisten von „Extinction Rebellion“ protestierten vor der Veranstaltung und forderten die afrikanischen Länder auf, im Namen des „Kampfes gegen den Klimawandel“ die Nutzung von fossilen Brennstoffen einzustellen.

Die anwesenden Repräsentanten eines Kontinents, in welchem knapp die Hälfte der Einwohner – 600 Millionen Menschen – immer noch keinen Zugang zu Elektrizität haben und die schlechte Stromversorgung es schwierig macht, Industriebetriebe zu betreiben, ließen sich davon nicht beirren.

Gabriel Obiang Lima, Energieminister Äquatorialguineas sagte vor der Presse: „Unter keinen Umständen werden wir uns rechtfertigen… Wer auch immer außerhalb des Kontinents von uns fordert, [unsere Öl- und Gasfelder] nicht zu nutzen, der ist kriminell. Das ist einfach unfair“, berichtete die New York Times.

Gwede Mantashe, Energieminister Südafrikas und Vorsitzender des regierenden Afrikanischen Nationalkongresses, sagte ganz offen: „Energie ist der Katalysator für Wachstum. Die wollen uns sogar einreden, dass wir alle Kohlekraftwerke abschalten. Dann muß man denen aber sagen: ‚Das ließe sich schon machen, aber dann atmet ihr frische Luft in der Dunkelheit‘.“ Mantashe erklärte, eine gesicherte Ölversorgung für die Nation sei „nicht verhandelbar. Wir wollen Energie kosteneffizient anbieten. Wenn Energie zu teuer ist, dann versichere ich Ihnen, daß sie ein ,nice-to-have' wird, das sich Leute nicht mehr leisten können,“ berichtete S&P Global Platts.

Noel Mboumba, Gabuns Kohlenwasserstoff-Minister, erklärte Öl zum Hauptantrieb der Entwicklung seines Landes. „Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um es zu entwickeln.“

Somalias Minister für Erdöl und Mineralressourcen, Abdirashid Mohamed Ahmed, äußerte sich unmißverständlich: „Wir alle teilen das gemeinsame Ziel, die maßgeblichen Investitionen zu ermöglichen, die Afrikas Wirtschaft mit Energie versorgen, Städte aufbauen und die Gesellschaft formen.“