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Maidan-Monster zerstört Boliviens Fortschritt

Der einzige angemessene Bezugspunkt für das Verständnis der Ereignisse in Bolivien im letzten Monat ist der „Maidan-Putsch“ 2014 in der Ukraine, der von den gleichen Leuten in der „Regimewechsel“-Clique in Washington in Gang gesetzt wurde. Ihr Partner ist eine offen faschistische „Demokratiebewegung“ (mit Verbindungen zu osteuropäischen Nazi-Gruppen), die aus dem abtrünnigen Departement Santa Cruz gesteuert wird. Die Tatsache, daß es sich um einen faschistischen Staatsstreich direkt nach dem Farbrevolutions-Drehbuch von Gene Sharp und George Soros handelte, ist nicht zu verbergen.

Warum wurde Präsident Morales gestürzt? Seit seiner Machtübernahme 2006 ist der bolivianische Staatschef der neoliberalen Weltfinanzwelt ein Dorn im Auge. Durch sein Beharren auf souveräner wirtschaftlicher Entwicklung und Einführung einer dirigistischen Politik, um dies zu erreichen, begann eine Ära wirtschaftlichen Wohlstands, beeindruckender Armutsbekämpfung und Anwendung fortschrittlicher Wissenschaft und Technik, was enormen Stolz und Optimismus in der Bevölkerung hervorrief. Schon seit Jahren wird versucht, die Morales-Regierung zu untergraben; aber jetzt, da das alte parasitäre Finanzparadigma kurz vor dem Zusammenbruch steht und das Volk mehrerer iberoamerikanischer Länder in offener Revolte gegen den jahrzehntelangen Neoliberalismus steht, konnten die verzweifelten imperialen Finanziers der City und Wall Street das Morales-Modell nicht mehr tolerieren.

Als Morales am 10.11. zurücktrat und zu Neuwahlen aufrief, erklärte er, er tue dies, um die Gewalt gegen seine Anhänger zu stoppen. Diese Gewalt kommt von Luis Fernando Camacho, dem offen faschistischen katholischen Führer des „Bürgerkomitees für Santa Cruz“ und seinem paramilitärischen Arm, der Jugendunion von Santa Cruz, die mit dem neonazistischen Asow-Bataillon in der Ukraine verglichen wurde und dafür bekannt ist, daß sie den Nazi-Gruß „Sieg Heil“ verwendet. Camacho fordert seit Jahren zusammen mit Verbündeten wie dem Gouverneur von Santa Cruz, Ruben Costas - einem ehemaligen Chef des Bürgerkomitees -, Santa Cruz zu einem selbständigen Staat zu erklären, weil es aufgrund seines „europäischen“ Erbes „anders“ sei als der Rest des indigenen Boliviens. Camacho und seine Verbündeten schworen, den Staat zu lähmen, bis Morales aufgibt, und setzten die UJC und andere mit Knüppeln, Steinen und Sprengstoff bewaffnete Banden auf Motorrädern für eine Terrorkampagne gegen Morales’ indigene Anhänger ein, die sie als „Scheiß-Indianer“ bezeichnen.

Als sich die rechte Senatorin Jeanine Añez Chávez am 12.11. illegal zur Präsidentin erklärte, waren die USA die ersten, die sie anerkannten, Außenminister Mike Pompeo begrüßte die Einführung einer „demokratischen“ Regierung. Demokratisch? Añez ist eine fundamentalistische Katholikin aus der Partei der Demokratischen Union (UD). Als sie nach ihrer Vereidigung auf dem Balkon des Regierungspalastes stand, stand Luis Camacho an ihrer Seite. Sie begrüßte Anhänger, indem sie eine Bibel über dem Kopf hielt und laut erklärte, „die Bibel ist in den Palast zurückgekehrt... Bolivien gehört Christus!“ Sie versprach, das Land zu befrieden und auf die Opposition zuzugehen, aber statt dessen genehmigte sie eine Kampagne zur Tötung, Inhaftierung und Unterdrückung aller Gegner. Ihr blutrünstiger Innenminister Arturo Murillo schwor, er werde die ehemaligen Mitglieder des Kabinetts Morales „wie Tiere jagen“. Am 16.11. verfügte Añez Straffreiheit für die Streitkräfte bei Maßnahmen zur „Erhaltung der öffentlichen Ordnung“, woraufhin das Militär wiederholt auf wütende Anhänger von Morales schoß, die die Regierung Añez nicht anerkennen.

Und was ist die deutsche Haltung dazu? Das Auswärtige Amt begrüßte bereits zwei Tage nach dem Putsch am 11.11. via Twitter, daß Áñez „als Interimspräsidentin von Bolivien“ angekündigt habe, innerhalb von drei Monaten Wahlen anzusetzen.